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Ex-Kulturstaatsminister Nida-Rümelin kritisiert Medien

Berlin - Der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hat den Umgang der Medien mit der Politik kritisiert. In einem Beitrag für das Magazin Cicero (Dezemberausgabe), schreibt der Münchner Philosophieprofessor, die Skandalisierung dürfe kein demokratiegefährdendes Ausmaß annehmen wie in Italien. "Voraussetzung ist, dass wir in Deutschland im Wortsinne zur Besinnung kommen." Nida-Rümelin ging auch auf die Berichterstattung über SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein. Er sei durch die Skandalisierung über seine private Vortragstätigkeit vom Start weg nachhaltig beschädigt worden. Worin der "gefühlte Skandal" eigentlich bestanden habe, sei nicht genau zu bestimmen. "Über Wochen hinweg ging es nicht um Inhalte, sondern lediglich um Stilfragen - rechtlich und politisch Relevantes war dabei nicht im Spiel." Nida-Rümelin schreibt in dem Beitrag, Skandale müssten sich um politische Verantwortlichkeit drehen. Stattdessen vermengten die Medien die private und die öffentliche Rolle von Politikern. "Wenn das Schlaglicht medialer Aufmerksamkeit auf das private Leben gerichtet wird, ist nichts mehr vor der Neugier sicher, auch nicht die intimsten Bereiche der Existenz." Die zurückgetretene Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke kritisiert in Cicero, die Medien neigten zu Selbstgerechtigkeit und Gnadenlosigkeit. "Meiner Meinung nach sind die Leute dieser medialen ’Alles ist Mist’-Attitüde längst überdrüssig", sagte die Sozialdemokratin. "Genauso, wie der ständigen Besserwisserei von Journalisten." Sie selbst sei "gnadenlos durch den Wolf gedreht" worden. Foto: Kameras bei einer Pressekonferenz, über dts Nachrichtenagentur

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