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Experte: Psychiatrie wird „eigenen Ansprüchen nicht gerecht“

Die Psychiatrie in Deutschland wird nach Ansicht des Psychiaters Stefan Weinmann ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. „Wir arbeiten oft mit den Mitteln von gestern“, sagte er der Wochenzeitung „Die Zeit“. Der Oberarzt vom Vivantes Klinikum Am Urban in Berlin forderte, weniger Medikamente und mehr soziale Therapien in der Behandlung psychisch kranker Menschen einzusetzen.

„Heute haben wir zwar Medikamente, die Druck aus dem System nehmen, aber sie heilen nicht. Vielmehr können sie sogar dazu beitragen, dass eine Krankheit chronisch wird“, sagte Weinmann. Deshalb müssten Ärzte von Beginn an den Einsatz von Psychopharmaka reduzieren. „Wir arbeiten immer noch so, als würde man einen Zug beschleunigen und nicht ans Bremsen denken.“ Im Laufe des Jahres wird entschieden, ob genug Personal für einen grundlegenden Wandel in der Psychiatrie zur Verfügung stehen wird. Der Bundestag hat den Gemeinsamen Bundesausschuss damit beauftragt, bis Ende September eine neue Richtlinie für die Personalausstattung in der Psychiatrie vorzulegen. In diesem Gremium sind Krankenkassen, Klinikbetreiber und Ärztevereinigungen vertreten. Die derzeit gültige Psychiatrie-Personalverordnung stammt aus dem Jahr 1991.

Foto: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

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