Experten sagen, dass die Weltbevölkerung möglicherweise erheblich untererfasst ist

Experten sagen, dass die Weltbevölkerung möglicherweise erheblich untererfasst ist


Eine neue Studie legt nahe, dass die Weltbevölkerung viel höher sein könnte als die derzeitigen Schätzungen, da die ländliche Bevölkerung weltweit wahrscheinlich unterschätzt wird. Die UNO schätzt die Weltbevölkerung auf 8,2 Milliarden Menschen und geht davon aus, dass sie in den 2080er Jahren 10 Milliarden übersteigen wird. In ‚Nature Communications‘ veröffentlichte Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Landbevölkerung zwischen 1975 und 2010 um 53 % bis 84 % unterschätzt worden sein könnte. Wissenschaftler warnen, dass nationale Volkszählungen Schwierigkeiten haben, die ländliche Bevölkerung genau zu erfassen, insbesondere in abgelegenen oder konfliktbetroffenen Gebieten. Sprachbarrieren und der Widerstand gegen die Teilnahme an der Volkszählung erschweren die Zählungen zusätzlich. In Paraguay zum Beispiel wurde bei der Volkszählung 2012 möglicherweise ein Viertel der Bevölkerung nicht erfasst.  Die Forscher analysierten fünf globale Bevölkerungsdatensätze anhand von Umsiedlungsdaten aus über 300 ländlichen Dammprojekten in 35 Ländern.  Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bevölkerung in ländlichen Gebieten nach wie vor untererfasst ist: In den Datensätzen für 2010 fehlen immer noch ein Drittel bis drei Viertel der Landbewohner. Zwar hat sich die Genauigkeit verbessert, doch der leitende Forscher Josias Láng-Ritter stellte fest: „Selbst die zuverlässigsten Datensätze unterschätzen die ländliche Bevölkerung um die Hälfte“. „Gemeinden in abgelegenen Gegenden oder in Gebieten, die von Konflikten und Gewalt betroffen sind, sind schwer zu erreichen, und die Zähler stoßen oft auf Sprachbarrieren und Widerstände gegen die Teilnahme… Unsere Studie liefert zum ersten Mal Beweise dafür, dass ein erheblicher Teil der ländlichen Bevölkerung in den globalen Bevölkerungsdaten fehlen könnte“, erklärte Láng-Ritter.  Die Studie revidiert zwar nicht die globalen Zahlen, weist aber auf eine erhebliche Untererfassung hin, insbesondere in China, Brasilien, Australien, Polen und Kolumbien. Diese Diskrepanzen könnten „weitreichende Folgen“ haben, warnen die Wissenschaftler, da nach aktuellen Schätzungen über 40 % der Weltbevölkerung in ländlichen Gebieten leben.  Eine Untererfassung kann zu einer unzureichenden Bereitstellung von Gesundheitsversorgung und Infrastruktur für ländliche Gemeinden führen.  Die Forscher fordern verbesserte Volkszählungsmethoden, eine alternative Erfassung der Bevölkerung und eine bessere Modellierung, um sicherzustellen, dass die Landbevölkerung in den globalen Daten korrekt erfasst wird.

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