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Familienunternehmen mit Großer Koalition unzufrieden

Die deutschen Familienunternehmen sind unzufrieden mit der bisherigen Arbeit der Großen Koalition. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage des Verbandes „Die Familienunternehmer“ zu den ersten 100 Tagen der Bundesregierung. Darin gaben die befragten Unternehmer der Großen Koalition im Durchschnitt die Schulnote 4,2. Zehn Prozent bewerteten die bisherige Arbeit der Bundesregierung sogar mit der Note 6, 28 Prozent mit der Note 5 und 36 Prozent immerhin noch mit einer 4. An der aktuell geführten Befragung nahmen 647 Unternehmen teil.

„Von Aufbruch, Dynamik und Zusammenhalt – so wie es im Koalitionsvertrag steht – ist nach fast 100 Tagen GroKo nichts zu spüren“, kritisierte Reinhold von Eben-Worlée, Chef des Verbandes. „Baustelle Nummer eins ist und bleibt der Bürokratieabbau, besonders im Arbeits- und Steuerrecht. Vor allem das Bundesarbeitsministerium ersinnt immer neue Informations- und Auskunftspflichten.“ „Die Regierung erscheint mir wie unsere Jungs beim ersten WM-Spiel: stehend k. o., ohne Spielplan“, sagte Martin Herrenknecht, Vorstandschef der Herrenknecht AG, der Zeitung. „Deutschland braucht endlich eine belastbare Agenda 2040, mit klar gesetzten, visionären Zielen bei Bildung, Digitalisierung, innerer Sicherheit, Infrastrukturausbau, ein modernes Einwanderungsgesetz und klare Prozesse bei der Integration Asylsuchender“, forderte er. Darauf angesprochen, ob die Große Koalition in den ersten 100 Tagen die richtigen Weichen für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gestellt habe, verneinten dies 93 Prozent der befragten Unternehmen. „Deutschland steht wirtschaftlich derzeit hervorragend da und hat im internationalen Vergleich eine führende Position inne. Dies wird seit einiger Zeit leichtfertig aufs Spiel gesetzt, indem sich die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sukzessive verschlechtern“, kritisierte Angelique Renkhoff-Mücke, geschäftsführende Gesellschafterin des Sonnenschutzspezialisten Warema, im „Handelsblatt“. So werde beispielsweise die Agenda 2010 Stück für Stück zurückgedreht und die derzeit gute konjunkturelle und wirtschaftliche Lage nicht genutzt, um sich strukturell für die anstehenden Herausforderungen vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der globalen Unsicherheiten zu rüsten, so Renkhoff-Mücke.

Foto: Unterschriften unter Koalitionsvertrag 2018-2021, über dts Nachrichtenagentur

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