Flughafen: BER-Eröffnung neuerlich verschoben

LandeanflugBerlin – Der Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER stand wieder einmal fest. Geplant war die Inbetriebnahme mit 27. Oktober 2013. Doch nun muss ein neuer Termin fixiert werden. Grund sind einerseits Machtkämpfe innerhalb der Fluggesellschaft und andererseits die Forderung der Grünen und Linken nach einem Nachtflugverbot. Der Oberverwaltungsgerichtshof Berlin-Brandenburg sperrte einen Abschnitt des Flugroutensystems, das Urteil verbietet Flüge über Blankenfelde-Mahlow in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. „Was für Blankenfelde-Mahlow gilt, muss auch für die Menschen in anderen Gemeinden gelten, die in der Nähe des Flughafens liegen“, forderte der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi. Er sieht nun endlich die Chance, das Nachtflugverbot gegen den Willen der Bundesregierung und des Senats von Berlin durchzusetzen. CDU-Bundestagsabgeordneter Karl-Georg Wellmann konterte: „Ein Nachtflugverbot wird es zwischen 0 Uhr und 5 Uhr in jedem Fall geben. Flüge zwischen 23 und 0 Uhr werden die Ausnahme sein und vor allem Landungen betreffen.“

BER, Dauerbrenner seit 1996

1996 beschlossen Berlin und Brandenburg, einen Flughafen südlich von Schönefeld zu errichten. Gemeinsam mit dem Bund agieren sie als Gesellschafter und 2004 wird der Planungsfeststellungsbeschluss verfasst. Zwei Jahre später wird mit dem Bau begonnen. 2009 spüren auch Berlin und Brandenburg samt Bund die Finanzkrise. Zur Beschaffung notwendiger Milliarden kann kein privater Investor gefunden werden, die Banken verlangen Sicherheiten. Schließlich übernehmen die Gesellschafter 430 Millionen selbst und stehen für einen Kredit von 2,4 Milliarden gerade. Der Bau verzögert sich immer wieder. Die geplante Eröffnung am 30. Oktober 2011 muss erstmals verschoben werden. Zudem stößt die Flugschneise über das Stadtgebiet auf Widerstand seitens der Bevölkerung. Technische Probleme verhindern zusätzlich die Fertigstellung, im Mittelpunkt die nicht funktionierende Entrauchungsanlage. Ein weiterer Punkt in der Fehlplanung zeigte sich beim Check-in-Betrieb. Bei einem Probelauf konnten statt der geplanten 60 Passagiere pro Stunde lediglich 30 abgefertigt werden. Die Lösung: ein Container neben dem Terminal mit weiteren Schaltern.

Eröffnung März 2013 verschoben

Kein Ende der technischen und baulichen Probleme scheint es bei der Errichtung des Flughafens zu geben. Der neue Eröffnungstermin, März 2013, musste neuerlich verschoben werden. Die Änderungen, Zu- und Umbauten bedingten schließlich einen Anstieg der Kosten für den Bau des Terminals Sie lagen doppelt so hoch wie veranschlagt, 1,22 Milliarden Euro. Das Gesamtprojekt verschlang inzwischen 4,3 Milliarden Euro. Kritiken an der Kapazität, sowohl bei den Check-in-Schaltern als auch bei der Gepäckabfertigung wurden neuerlich laut, aber auch Kritik am Brandschutz. Bis zum neuen Eröffnungstermin im Oktober gäbe es noch viel zu tun, hieß damals seitens der Bauordnungsbehörde. Da nun jedoch die auch die Forderungen nach dem Nachtflugverbot hinzugekommen sind, bleibt bis zum nächsten genannten Termin sicherlich auch mehr Zeit, die genannten sowie weitere Mängel zu beheben.

Foto: © spanishwor

2 Kommentare

  1. Dieser Pfusch-Flughafen ist aus dem gleichen Material wie seine „Manager“, sonst wäre er längst fertig. 40 Mill. Euro Steuergelder kostet er monatlich für seinen Leerstand. Abreissen und erstnachdenken und dann bauen ist hier die einzige Alternative.

  2. Und das ist ein Stadtflughafen!
    Was interessiert sich Oma Inge aus Grevenbroich für den Berliner Flughafen.

    Aber das ist wieder typisch Wowereit, der hatte damals schon prüfen lassen, ob es i.O. ist, sich von jeder Kommune in der BRD Geld geben zu lassen, weil Berlin ja Berlin ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert