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Flughafen-Düsseldorf – das nordrhein-westfälische Tor zur Welt

In Nordrhein-Westfalen ist der Düsseldorfer Flughafen der größte und ist eine ganz eigene Welt. Von der Landeshauptstadt fliegen jährlich mehr als 22 Millionen Passagiere zu Zielen in aller Welt. So viele interkontinentale Direktverbindungen starten von keinem anderen Ort in NRW. Am 19. April 1927 wurde der Airport eröffnet und heute wird dieser von 80 Fluggesellschaften mit über 180 zielen in 50 Ländern verbunden. Im Geschäftsjahr 2010 gehörte der Flughafen mit einem Umsatz von rund 400 Mio. Euro und einem Ergebnis von 57 Mio. Euro zu den sechs profitabel wirtschaftenden Flughäfen Deutschlands.

Eine kleine Stadt für sich

Der Düsseldorfer Flughafen ist wie eine kleine Stadt, denn dort sind Supermärkte ansässig, Arztpraxen, Restaurants und Geschäfte. In diesem kleinen Kosmos, sind knapp 20.000 Menschen beschäftigt und vielen von ihnen können sich einfach keinen anderen Arbeitsplatz mehr vorstellen. Der Grund ist, dass dort der Duft, der großen weiten Welt in der Luft liegt und somit ist der Airport ein Sehnsuchtsort für sie. Auch das derzeit größte Passagierflugzeug der Welt landet regelmäßig in Düsseldorf: der Airbus A380. Die Mitarbeiter der Abfertigung beginnen bereits ihre Arbeit, sobald der Flieger aus Dubai aufsetzt und das nach minutengenauen Vorgaben. Die Luftfahrtprofis haben nur 105 Minuten Zeit, um Gepäck, Fracht und Cateringcontainer zu entladen, das Flugzeug zu reinigen, zu betanken und dann wieder für den nächsten Flug zu beladen. Dazu müssen die mehr als 500 Passagiere parallel auf zwei Ebenen an Board geschleust werden und das alles nach einem exakten Timing, damit der Airbus A380 wieder pünktlich Richtung Dubai starten kann. Die Cateringspezialisten von „LSG Sky Chefs“ arbeiten direkt neben dem Flughafen-Terminal. Sky Chefs ist der weltweit größte Anbieter von Bordverpflegung und liefert täglich bis zu 14.000 Mahlzeiten in Düsseldorf aus – vom Sandwich für die Billigfluglinien bis hin zu den Menüs auf Sterne-Niveau. Einer der wichtigsten und anspruchsvollsten Kunden ist Airline „All Nippon Airways“, die täglich nach Tokio fliegt. Aus gutem Grund: In Düsseldorf existiert die einzige Japantown Deutschlands. Hier bereiten zwei japanische Köche gut 40 Mahlzeiten für die Business Class zu, im ständigen Streben nach Perfektion. Doch der Düsseldorfer Flughafen ist nicht Luxus, Urlaub und ein Ort, wo die Luft der großen weiten Welt geschnuppert werden kann – sondern es gibt auch eine ganz andere Seite des drittgrößten Flughafens in Deutschland.

Aber Düsseldorf ist nicht nur das Tor für Urlauber

Der Düsseldorfer Flughafen ist ein Drehkreuz – aber nicht nur für diejenigen, die in den Urlaub fliegen, sondern auch für die, die gar nicht freiwillig ins Flugzeug steigen wollen. Allein 3577 Flüchtlinge wurden 2015 von Düsseldorf aus, in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Im Mai 2016 zeigte sich, dass sich die Zahl der Abschiebungen im Vergleich um Vorjahr verdoppelt hat. Landesweit wurden 2015 insgesamt 4395 Menschen abgeschoben, wie ein Vertreter des Landesministeriums im Verlauf einer Pressekonferenz bekannt gab. 2014 waren es nur 2929 Fälle gewesen. In den ersten drei Monaten 2016 sind nach den Zahlen der Bundespolizei bereits 1324 Menschen in ihre Heimatländer bzw. in andere EU-Staaten zurückgeführt worden. Von allen nordrhein-westfälischen Flughäfen finden die meisten Abschiebungen über den in Düsseldorf statt. Dort hat sich die Zahl der Fälle im Vergleich zu 2014 verdoppelt. 2014 waren es noch 1844 Personen, die von der Bundespolizei Düsseldorf zurückgeführt wurden, so waren es 2015 bereits 3565. Gemäß der landesweiten Entwicklung werden die Zahlen weiter steigen, wie der Sprecher der Bundespolizeidirektion Udo Peltzer erklärte.

Ein Charterflug kostet bei Sammelabschiebungen rund 50.000 Euro

Die größte Anzahl an Abschiebungen vom Düsseldorfer Flughafen finden in den Westbalkan statt. Dabei weisen die Abschiebungen in den Kosovo den größten Anteil mit 1342 Personen auf und Serbien mit 610. Zusammen stellt das mehr als 50 % der Fälle dar. Seit dem Jahr 2000 existiert das „Forum Flughäfen in Nordrhein-Westfalen“, das auf einer Initiative der evangelischen Kirche im Rheinland basiert. Dieses gilt als Vorzeigemodell, in Bezug auf das Monitoring von Abschiebungen. Neben den Behörden wie Polizei und Ministerium sind auch Nicht-Regierungsorganisationen und die evangelische Kirche im Rheinland beteiligt. Im Mai wurden Menschen von Düsseldorf nach Albanien und in den Kosovo abgeschoben, da ihr Antrag auf Asyl keinen Erfolg hatte. Eine Chartermaschine startet in Düsseldorf mit den Zielen Tirana und Pristana. An Board: 61 abgelehnte Asylbewerber aus Albanien und 41 aus dem Kosovo. Bestellt das Land NRW einen Charterflug, dann kostet das 50.000 Euro und diese Abschiebung hat das Land im Schnitt pro Person 500 Euro gekostet.

Abschiebungen werden durch den Streit um das Handgeld erschwert

Es gibt immer wieder Probleme, wenn Menschen mit gesundheitlichen Problemen abgeschoben werden oder Reisedokumente fehlen. Im Jahresbericht heißt es, dass nach wie vor kranke, vor allem psychisch Kranke und auch suizidgefährdete Personen abgeschoben werden. Zumeist haben diese Menschen ihre Medikamente dabei, aber es gibt auch Fälle, wo das nicht der Fall ist. Ebenfalls sorgen die Familientrennungen und die bundesweit ungleichen Regelungen, in Bezug auf das Handgeld regelmäßig für Unruhe.

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