Friedensdeal zwischen Armenien und Aserbaidschan greifbar nahe

Friedensdeal zwischen Armenien und Aserbaidschan greifbar nahe


Der Südkaukasus bleibt ein Pulverfass – doch es gibt Hoffnung. Armenien und Aserbaidschan führen direkte Friedensgespräche, um den jahrzehntelangen Konflikt endlich beizulegen. Der aserbaidschanische Botschafter Nasimi Aghayev sieht Fortschritte, warnt aber: Einmischung von außen könnte alles zunichtemachen.

„Seit einigen Jahren führen wir die Friedensgespräche mit Armenien ohne jegliche Vermittler durch“, betont Aghayev. „Es sind direkte Verhandlungen zwischen Aserbaidschan und Armenien. Wir haben bereits gesehen, dass diese direkten Gespräche positive Ergebnisse erzielen können. Daher wollen wir auf diesem Weg weitergehen.“ Seine Botschaft an den Westen ist klar: „Wir erwarten Unvoreingenommenheit. Wenn man versucht, eine Seite gegen die andere zu unterstützen, tut man dem Friedensprozess keinen Gefallen. Neutralität ist extrem wichtig, wenn man tatsächlich will, dass wir zusammen mit Armenien einen dauerhaften Frieden erreichen.“

Und tatsächlich: Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan erklärte kürzlich, dass ein Friedensabkommen zum Greifen nah sei. Doch zwei heikle Fragen stehen noch im Raum. Erstens: Dürfen Drittkräfte an der Grenze stationiert werden? Zweitens: Was passiert mit den gegenseitigen Klagen vor internationalen Gerichten? Beide Länder stehen sich nicht nur politisch, sondern auch juristisch gegenüber – unter anderem vor dem Internationalen Gerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan schwelt seit Jahrzehnten, vor allem wegen der Region Karabach. Die gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wurde aber lange von armenischen Kräften kontrolliert. Nach blutigen Kriegen in den 1990ern und 2020 kam es im September 2023 zur erneuten Eskalation: Aserbaidschan übernahm Karabach in einer blitzartigen Militäroffensive.

Jetzt steht der Friedensprozess an einem entscheidenden Punkt. Neben territorialen und politischen Fragen geht es vor allem um eines: Vertrauen. Ohne das wird ein dauerhafter Frieden kaum möglich sein. Botschafter Aghayev bleibt optimistisch – unter einer Bedingung: „Ein dauerhafter Frieden ist möglich, aber nur, wenn alle Beteiligten unvoreingenommen und fair agieren.“

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