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Fürth – mit Baumvielfalt gegen die Klimaerwärmung

Düster ist zuweilen das Bild, das derzeit vom Zustand des deutschen Waldes gezeichnet wird. Trockenheit, Borkenkäfer und Klimawandel haben den Bäumen in vielen Teilen Deutschlands arg zugesetzt, gar vom neuen großen Waldsterben ist die Rede. Auch in Fürth? Nein, sagt Stadtförster Martin Straußberger und beruhigt: „Unser Stadtwald steht insgesamt gut da.“ Zwar sind Trockenheit und die hohen Temperaturen nicht spurlos am Fürther Baumbestand vorübergegangen, doch bestehe längst kein Grund zu großer Besorgnis. „Ja, die Kiefern leiden“, merkt Straußberger an, doch halten sich die Schäden in Grenzen , auch wenn Bürgerinnen und Bürger ob manch kahler Baumkronen und der ein oder anderen Lücke im rund 570 Hektar großen Stadtwald schlimmeres befürchten. „95 Prozent der Kiefern leben“, erklärt der Stadtförster. Und auch sonst präsentiert sich Fürths grüne Lunge gesund und attraktiv. Der Grundstein für den dem Klimawandel trotzenden Stadtwald wurde bereits im Jahr 1957 gelegt. Der Fürther Stadtrat hatte damals beschlossen, den reinen Nadel- und Wirtschaftswald in ein Natur- und Erholungsgebiet mit Mischwald umzugestalten. „Einzigartig, weitsichtig und bedeutend für die gute Entwicklung des Waldes“, lobt Oberbürgermeister Thomas Jung heute diese Entscheidung. Die Mischung macht’s also und so wachsen neben Fichte, Tanne und Kiefer auch Laubbäume wie Buche, Ahorn oder Eiche, die den Waldboden verbessern und durch feuchteren Humus vor zu schneller Austrocknung schützen. Zudem sorgen diese für mehr Beschattung und letztlich für ein kühleres Bestandsklima sowie mehr Widerstandsfähigkeit des gesamten Waldes. Darüber hinaus passen sich Laubbäume schneller und besser der Klimaentwicklung an. Ein weiterer Faktor sind auch die Neupflanzungen, bis zu 10 000 Jungbäume sind es jährlich. Inklusive der Aufforstungsmaßnahmen ist der Wald in den letzten zehn Jahren um rund 95 000 Quadratmeter gewachsen und nimmt damit rund elf Prozent der gesamten Stadtfläche ein. Straußberger schätzt die momentane Anzahl der großen Bäume auf rund 500 000, davon 23 Prozent Laubholz. Hinzu kommen im Unterwuchs noch rund 300 000 Bäume. Dass der Fürther Stadtwald sich derart erfolgreich den klimatischen Turbulenzen entgegenstellt und sich weitaus besser präsentiert als viele Forste in der Region, führt das Stadtoberhaupt aber auch auf die „sehr gute und vorbildliche Pflege “ zurück. Seit mehr als 20 Jahren leiste Martin Straußberger mit seinem Team „hervorragende Arbeit“, so Jung. So werden etwa auch absterbende Kiefern so lange wie möglich erhalten, leisten sie doch auch ihren wichtigen Beitrag zu einem gesunden Ökosystem. An Parkplätzen oder am Trimm-Dich-Pfad müssen arg betroffene Bäume jedoch entfernt werden, um Menschen durch eventuell herabfallenden Äste nicht zu gefährden.

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