Vevey – Nestlé erholt sich, dank der Nachfrage in den Schwellenländern. Kaum geht es bei dem weltgrößten Konsumgüterhersteller wieder bergauf, werden Übernahmegerüchte laut. Ziel der Übernahme sei Ferrero, einer der größten Nahrungsmittelhersteller Europas mit einem Jahresumsatz 2012 von 7,8 Milliarden Euro und Produzent von Nutella, berichtete die italienische Tageszeitung La Repubblica. Im Artikel wird von einem Angebot berichtet, dass Ferrero nicht ausschlagen könne. Seitens Ferreo wird dementiert: „Ferreo steht absolut nicht zum Verkauf!“ Der Bericht über ein Angebot sei reine Erfindung.
Das piemontesische Familienunternehmen
Die Unternehmensholding Ferrero International besteht aus 36 Gesellschaften und beschäftigt rund 22.000 Mitarbeiter. Im Jahr 1946 gegründet von Pietro Ferrero, einem Konditor aus der Stadt Alba, wurde das Unternehmen bald durch seine Nuss-Nougat-Creme Nutella bekannt. Nach seinem Tod folgte sein Sohn Michele Ferrero, der das Unternehmen internationalisierte. Michele Ferrero, heute 88 Jahre alt, steht noch heute als Patriarch an der Spitze des Konzerns, obwohl die Führung Giovanni Ferrero, seinem Sohn, unterliegt. Das Unternehmen ist vollständig in Familienbesitz. Nun kreisen Übernahmegerüchte über dem Familienbetrieb, nicht nur durch die Tageszeitung La Repubblica in die Welt gesetzt, sondern auch durch die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Meldungen aus Bank- und Industriekreisen beruft. Das finanzstarke Ferrero wird von Banken auf einen Wert von rund 10 Milliarden Euro geschätzt.
Nestlé im Aufwind
Mehr als ein Jahr mussten bei Nestlé eine sinkende Wachstumsrate hingenommen werden. Nun stieg die die Nachfrage in den Schwellenländern und die wirtschaftliche Situation des Lebensmittelkonzerns verbesserte sich. „Asien und Afrika haben an Geschwindigkeit zugenommen“, freut sich Konzernchef Paul Bulcke. Europa zeigt sich jedoch weiterhin als schwacher Markt. „Wir erwarten, dass die sich fortsetzende Wachstumsdynamik uns ermöglichen wird, für das Gesamtjahr ein organisches Wachstum um die fünf Prozent sowie einer Verbesserung der Marge und das nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen zu erzielen“, ergänzt Bulcke. Die Zahlen aus den ersten drei Quartalen 2013 rechtfertigen den Optimismus. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 um 4 Prozent auf 68,4 Milliarden Franken. Auch das organische Wachstum erhöhte sich um 4,4 Prozent, im ersten Halbjahr waren es noch 4,1 Prozent. Der Aufwärtstrend macht sichtlich Appetit auf andere Unternehmen, was auch von Nestlé bestätigt wird. Ergänzungskäufe sind geplant. Ob die Übernahme von Ferrero tatsächlich einem Kochtopf der Gerüchteküche entspringt, wird sich zeigen. Obwohl das Unternehmen von der Kaufpreishöhe nicht in die Planung von Nestlé passen würde, denn die Ergänzungskäufe beziehen sich auf Betriebe mit einem Wert unter 500 Millionen Euro.
Foto: © Nestlé Deutschland AG

