Gold: Talfahrt beendet?

GoldmarktBerlin – Eineinhalb Jahre dauerte die Talfahrt des Goldpreises. Ende Juni 2013, als der Goldpreis mit 1.200 US-Dollar pro Feinunze seinen Tiefststand erreicht hatte, verkauften viele ihre Krisenwährung. Doch nun scheint die Talfahrt, wenn nicht beendet, doch gebremst worden zu sein. Wirtschaftsmathematiker Eugen Weinberg sieht in dem Tief eine gute Chance: „Dass der Goldpreis nun wieder steigt, obwohl die Stimmung für Gold auf einem Tiefpunkt angelangt ist, ist ein gutes Zeichen für weiter steigende Notierungen. Selbst der aufkommende Konjunkturoptimismus konnte den Preisanstieg bei Gold in den vergangenen zwei Wochen nicht bremsen.“

Goldbestände wurden reduziert

War John Paulson, der amerikanische Hedge Fonds Manager und Präsident der Investmentgesellschaft Paulson & Co, voreilig sich von seinem Gold zu trennen. Paulson galt stets als Gold-Optimist, baute jedoch nun seine Goldbestände ab. Seine Beteiligung am SPDR Gold Trust, dem größten Goldfonds der Welt, verringerte er um die Hälfte seiner Anteile. Könnte sein Spürsinn Paulson, der während der Subprime-Krise Gespür bewiesen und mit Wetten gegen den Immobilienmarkt 2007 3,7 Milliarden US-Dollar verdient hatte, diesmal in Stich gelassen haben?

Seine Verluste durch Wetten auf steigende Goldpreise scheinen eine Meinungsumkehr bewirkt zu haben. Immerhin betrug sein Verlust durch die Wetten 22 Milliarden US-Dollar. Sein Vermögen von 40 Milliarden US-Dollar verkleinert sich durch den nicht steigen wollenden Goldpreis auf 18 Milliarden. Er war es jedoch nicht allein, der sein Gold abbaute. Auch George Soros, größter Investor des SPDR Gold Trust und Daniel Loeb, Gründer und Präsident der Third Point LLC, eines Hedge Fonds mit einem Vermögen von 14 Billionen US-Dollar, reduzierten ihre Bestände rigoros. Eugen Weinberg betrachtet den Verkauf mit leichter Verwunderung: „Wer seine Goldbestände verkaufen wollte, hat dies in den vergangenen Monaten bereits getan.“

Goldpreis steigt

Langsam, aber stetig zieht der Goldpreis wieder nach oben. Einerseits wird Gold verkauft, andererseits ist auf den Märkten bereits ein leichter Goldeinkaufsboom zu verzeichnen. Holger Schmitz, Vorstand der Schweizer Schmitz & Partner AG, wendet sich an die Anleger: „Anleger tun sehr gut daran, sich nicht (von den Verkäufen) beirren zu lassen und weiterhin auf Gold zu setzen.“ Auf den Märkten sind es gegenwärtig vor allem Notenbanken, die ihre Goldreserven aufstocken. Ein Fünftel des auf der Erde geschürften Goldes liegt in den Zentralbanken, rund 31.671 Tonnen. Bei den Goldreserven führt die USA das weltweite Ranking mit rund 8.000 Tonnen Gold an, gefolgt von Deutschland mit mehr als 3.000 Tonnen. Sollte die vorausgesagte Entwicklung von Schmitz und Weinberg eintreffen, dürfte Paulson sich zu früh von seinem Gold getrennt haben.

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