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Großeinsatz in Chemnitz: Größere Menge Sprengstoff gefunden

Karl-Marx-Monument in Chemnitz, über dts NachrichtenagenturBei dem Großeinsatz in Chemnitz wegen des "Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags" hat die Polizei in der betroffenen Wohnung größere Mengen an Sprengstoff gefunden. Es handele sich um eine "hochbrisante Mischung", die nicht ohne Weiteres transportfähig und auch "entsprechend gefährlich" sei, teilte die Polizei mit. Zur Sicherung seien weitere Evakuierungsmaßnahmen notwendig. Außerdem wurden drei Personen festgenommen, zwei im Bereich des Hauptbahnhofs Chemnitz und eine im der Innenstadt. Es handele sich um "Kontaktpersonen" des Verdächtigen, die jetzt vernommen werden sollen. Der 22-jährige Jaber A. befinde sich weiterhin auf der Flucht. Zuvor hatten die Beamten ein Wohngebiet in Chemnitz abgeriegelt. Eine während des Großeinsatzes zu hörende Explosion sei Teil der Zugriffsmaßnahme der Polizei gewesen. Den Verdächtigen konnten die Einsatzkräfte während des Zugriffs nicht antreffen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter warnte die Polizei die Bevölkerung vor dem Tatverdächtigen. Das deutsche Innenministerium erklärte, es nehme den Fall ernst. Die zuständigen Behörden stünden miteinander in engem Kontakt.

Warnung des Verfassungsschutzes

Der Grosseinsatz mehrerer hundert Polizisten im Chemnitzer Wohngebiet „Fritz Heckert“ war bereits in der Nacht angelaufen. Auslöser war nach Bernhardts Worten eine Warnung des Verfassungsschutzes. Beamte stürmten dann gegen Mittag die Wohnung in einem mehrstöckigen Plattenbau, in der der Syrer vermutet wurde, wo er sich aber nicht aufhielt. Bei der gestürmten Wohnung handle es sich nicht um die Wohnung des Verdächtigen, sagte der Sprecher, ohne Details zu nennen. Bei der Durchsuchung der Räume stiessen die Spezialisten zunächst auf Sprengstoffspuren. Später hätten sie die mehrere hundert Gramm hochbrisanten Materials in einem Versteck entdeckt, sagte Bernhardt. Am Abend wurde der Sprengstoff in einer eigens ausgehobenen Erdgrube von Spezialisten gesprengt und verbrannt. Eine heftige Druckwelle war noch in grösserer Entfernung zu spüren. „Es gab keine Verletzten und keine Schäden“, sagte der LKA-Sprecher. Das Material war laut den Ermittlern ein gefährlicheres Gemisch als TNT. Die seit dem Morgen geltende Sperrung in der Plattenbausiedlung sollte bis zu einer abschliessenden Kontrolle noch aufrecht erhalten werden. Die meisten der rund 100 Bewohner, die tagsüber in Sicherheit gebracht worden waren, könnten in der Nacht in ihre Wohnungen zurück, sagte der Sprecher. Nur das Haus mit der verdächtigen Wohnung bleibe weiter gesperrt.

Hintergrund unklar

Zur Motivation des Syrers wollte sich Sprecher Bernhardt nicht äussern. Die Vermutung eines islamistischen Hintergrundes liege bei der Herkunft des Verdächtigen zwar nahe, sagte er. Die Polizei werde sich dazu aber erst äussern, wenn es belastbare Fakten gebe. Auch worauf sich die Anschlagsvorbereitungen richteten, sei noch unklar. Derzeit bemühten sich die Beamten, das Risiko für die Bevölkerung zu minimieren. Hinweise auf eine konkret bevorstehende Tat hätten die Ermittler nicht. Allerdings gehe von einem politisch motivierten Täter, der über die nötigen Kenntnisse und eventuell auch die nötigen Mittel verfüge, immer eine Gefahr aus.

Verdächtiger nach Großeinsatz in Chemnitz auf der Flucht

Nach dem Großeinsatz in Chemnitz wegen des "Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags" fahndet die Polizei nach einem Verdächtigen. Der aus Syrien stammende 22-jährige Jaber A. sei aktuell "mit einem schwarzen Kapuzensweatshirt mit auffälligem Druck bekleidet", teilte die Polizei mit. Zuvor hatten die Beamten ein Wohngebiet in Chemnitz abgeriegelt. Foto: Karl-Marx-Monument in Chemnitz, über dts Nachrichtenagentur

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