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Gründerzeit – die ersten Schritte zum eigenen Start-up

Die Bedingungen für die Gründung eines Start-ups sind historisch günstig: Niedrigzinsen animieren Banken und private Investoren zum Investieren; das Internet bietet mit Social-Media-Kampagnen, Influencer-Marketing und Crowdfunding funktionale, kostengünstige Tools für die Vermarktung von neuen Unternehmensideen. Worauf ist bei den ersten Schritten der Unternehmensgründung zu achten?

Die erste Etappe auf dem Weg zum eigenen Unternehmen ist das Erstellen eines Businessplans. Er enthält alle wichtigen Überlegungen dazu, wie die Selbstständigkeit realisiert werden soll: beispielsweise eine Marktanalyse, eine Aufstellung von Stärken und Schwächen sowie die geschätzten Erfolgsaussichten. Wer diese Aspekte schlüssig zu Papier bringen und überzeugend darlegen kann, hat gute Chancen, Mitstreiter für das eigene Projekt zu gewinnen. Das kann zum Beispiel in einer kurzen Präsentation - einem sogenannten Pitch Deck - auf einem Networking-Event gelingen. Dort trifft man nicht nur andere Gründer zum Austauschen und Vernetzen, sondern häufig auch potenzielle Geldgeber, die nach Investitionsmöglichkeiten suchen.

Wer einen Gründerkredit der Bank in Anspruch nehmen möchte, muss ergänzend zum Businessplan auch einen Finanzierungsplan vorlegen. In diesem ist dargestellt, wann welcher Kapitalbedarf besteht. Wer diesbezüglich unsicher ist, rechnet am besten im Vorfeld mit einem Finanzberater durch, welche Summen für Miete, Materialien, Geräte, Personal, Rücklagen und Lebensführung benötigt werden. Es kann die Vergabe eines Gründerkredits erleichtern, wenn Unterstützung von Familien und Freunden vorhanden ist: Über den Posten "Family & Friends" können geliehene Geldbeträge aus dem privaten Umfeld dem Eigenkapital zugerechnet werden. Das reduziert die benötigte Darlehenshöhe und damit die fälligen Zinsen. Auf der anderen Seite erfordert es aber auch eine Menge Vertrauen aus dem persönlichen Umfeld. Alternativ kann das Eigenkapital von sogenannten Business Angels kommen. Diese vermögenden Privatinvestoren bringen neben ihren Geldmitteln auch Know-how in das Unternehmen mit ein. Üblicherweise ist die Zuwendung daran geknüpft, Anteile der neu gegründeten Firma zu erhalten. Business Angels helfen also dabei, das Unternehmen nach vorne zu bringen, um anschließend die eigenen Anteile am Unternehmen gewinnbringend verkaufen zu können.

Eine weitere Alternative ist das Crowdfunding: Der Kreditbedarf für das eigene Projekt wird auf einer Internetplattform veröffentlicht, die als Vermittler zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer operiert. Kreditgeber ist dann ein "Schwarm" aus verschiedenen Personen, die jeweils kleine Beträgen für das Projekt geben. Kommt genug zusammen, wird das Projekt realisiert - andernfalls geht das Geld zurück an die Geber. Bei erfolgreichem Launch wird allen Geldgebern üblicherweise ein vereinbartes Dankeschön zugänglich gemacht. Nicht zuletzt können auch staatliche Förderprogramme für das eigene Unternehmen infrage kommen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet hierzu einen Überblick.

Ebenso wichtig wie die passende Finanzierung ist die Wahl der Rechtsform für das Unternehmen. Personengesellschaften haften generell mit ihrem Privatvermögen für die Schulden der Gesellschaft. Bei Kapitalgesellschaften kann das Unternehmerrisiko dagegen auf das im Vorfeld eingebrachte Stammkapital begrenzt werden. Das bedeutet allerdings auch: Ob für GmbH, UG oder GbR - das Stammkapital muss bei der Gründung der Gesellschaft bereits vorhanden sein und auf einem Geschäftskonto hinterlegt werden können. Für die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) wird üblicherweise ein Stammkapital von 25.000 Euro eingebracht. Rechtsformen mit hohem Stammkapital werden von Banken und Investoren in der Regel bevorzugt. Dennoch gilt: Die Rechtsform muss genau zum Unternehmen passen. Im Zweifel lohnt sich eine Beratung.

In der Anfangszeit sollte umsichtig gewirtschaftet und Kapital nur dann ausgegeben werden, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist und (langfristig) den Umsatz steigert. Parallel zum Umsatz wachsen üblicherweise auch die Kosten: Das eigene Gehalt sollte daher möglichst zurückgestellt werden. Stattdessen sollte vor allem gezielt in Marketingmaßnahmen investiert werden; eine professionelle und umfassende Online- und Social-Media-Präsenz steht hier an erster Stelle. Außerdem lohnt es sich, das Unternehmen gut abzusichern; eine Betriebs- und Berufshaftpflicht-, eine Firmenrechtschutz- sowie eine private Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung sind essenziell. Zuletzt sollte auch die private Altersvorsorge von Anfang an bedacht werden.

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