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Gymnasial-Direktoren warnen vor Noteninflation im Abitur

Der Vorsitzende der Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien, Dieter Brückner, hat vor einer Noteninflation im Abitur in Deutschland gewarnt. "Die Abiturnoten haben sich – wenn man den Bundesschnitt nimmt – in den vergangenen Jahren permanent verbessert. Das kann so auf Dauer nicht weitergehen", sagte Brückner, Vertreter von mehr als 2.200 Schuldirektoren, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgaben). Das Abitur dürfe "nicht einfach nur eine Lebensabschnittsbescheinigung sein, sondern muss ein Qualitätsmerkmal bleiben", fügte er hinzu. Ähnlich hatte sich vor Kurzem die Vorsitzende des Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, geäußert. Brückner forderte insbesondere auch eine bessere Vergleichbarkeit des Abiturs in den unterschiedlichen Bundesländern. "Es kann nicht angehen, dass es in dem einen Bundesland leichter ist als im anderen – und dann Schüler am Numerus clausus scheitern, weil sie ein schwierigeres Abitur hatten", kritisierte der Vorsitzende der Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien. "Die Länder müssen hier mehr Einheitlichkeit wagen – aus Fairnessgründen und damit letztlich zum Wohl der Schüler", sagte er. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, sagte dem RND hingegen: "Ich finde es gar nicht schlimm, wenn es insgesamt etwas bessere Noten gibt. Das ist doch motivierend." Es sei im Übrigen "überhaupt kein Geheimnis, dass Noten eine begrenzte Aussagekraft haben", fügte sie hinzu. Untersuchungen hätten gezeigt: "Wenn man einen Aufsatz mehreren Deutschlehrern zur Bewertung vorlegt, dann kann es unterschiedliche Noten geben." Der Chef der Pisa-Studie, OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher, sagte dem RND, es dürfe aus seiner Sicht nicht in erster Linie um eine strengere Bewertung von Abiturleistungen gehen, sondern darum, das Abitur relevanter und vergleichbarer zu machen. Vergleichbarkeit müsse heißen, "dass sich Universitäten, aber auch Unternehmer auf den Wert der Abiturnoten verlassen können". In Sachen Relevanz gehe es um Folgendes: "Die moderne Welt belohnt uns nicht mehr allein dafür, was wir wissen – Google weiß ja fast alles –, sondern dafür, was wir mit Wissen tun können", so Schleicher weiter. Entscheidend sei, dass ein Schüler sich nicht nur Formeln und Gleichungen merken, sondern wie ein Mathematiker denken könne. Foto: Stühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

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