Der Fund eines Nissan Micra auf dem Grund des Hohendeicher Sees in Oortkaten am vergangenen Sonntag schlägt hohe Wellen bei der Hamburger Polizei. Denn die Dienststelle Interne Ermittlungen (DIE) ermittelt nun wegen Umweltverschmutzung.
Die Polizeiverwaltung soll den Kleinwagen als Übungsobjekt für die Polizeitaucher im August absichtlich in Hamburgs beliebtesten Badesee versenkt haben. Allerdings wurde dabei die Umwelt nicht ausreichend berücksichtigt. Auf der Wasseroberfläche bildete sich eine gut sichtbare Ölverschmutzung, die umgehend Besorgnis in der Öffentlichkeit auslöste.
Schnell rückten 20 Feuerwehrleute mit 100 Metern Ölschlängeln an, um die Ausbreitung des Öls einzudämmen. Auch der zuständige Umweltdienst und die Hamburger Umweltbehörde wurden alarmiert, um die Situation zu beurteilen und weitere Maßnahmen einzuleiten. Im Zuge der Untersuchungen kam schließlich heraus, dass sich sogar noch zwei weitere Autos auf dem Seegrund befinden, die dort offenbar ebenfalls als Tauchübungsobjekte deponiert worden waren.
Die Polizei steht nun in einem Dilemma. Einerseits wollte sie ihren Tauchern realitätsnahe Übungsbedingungen bieten, andererseits hat sie dabei die Umweltauswirkungen offenbar nicht ausreichend bedacht. Nun ermittelt ausgerechnet die interne Kontrollbehörde gegen die eigene Behörde wegen Umweltverschmutzung. Ein peinlicher Vorfall, der zeigt, dass auch die Polizei nicht über jeden Zweifel erhaben ist, wenn es um den Schutz der Umwelt geht.
Die Hamburger Bürger sind empört über den Vorfall und fordern eine lückenlose Aufklärung. Wie konnte es dazu kommen, dass der beliebte Badesee zur Täuchübungsfläche umfunktioniert wurde, ohne die ökologischen Folgen ausreichend zu berücksichtigen? Die Polizei steht nun in der Verantwortung, den Schaden schnellstmöglich zu beseitigen und Maßnahmen zu ergreifen, damit sich so etwas in Zukunft nicht wiederholt.
