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Hamburger Konjunktur am Scheideweg

Die Stimmung in der Hamburger Wirtschaft ist uneinheitlich. „Im Herbst 2014 überwiegen die positiven Einschätzungen für die aktuelle Geschäftslage, andererseits gibt es bei den Erwartungen für das nächste Jahr gleichermaßen positive wie negative Stimmen zu verzeichnen“, sagt Dirck Süß, Chefvolkswirt der Handelskammer Hamburg.
Das aktuelle Ergebnis der vierteljährlichen Konjunkturbefragung der Mitgliedsunternehmen zeigt, dass die Mehrzahl der Hamburger Unternehmen (56,8 Prozent) die momentane Geschäftslage als „befriedigend bzw. saisonüblich“ einstuft. Knapp zwölf Prozent der Betriebe schätzen die Lage sogar als „schlecht“ ein, dagegen aber jedes dritte befragte Hamburger Unternehmen (31,4 Prozent) als „gut“. Überdurchschnittlich fallen die aktuellen Lagebeurteilungen im Bau- und Gasgewerbe sowie bei sonstigen Dienstleistern aus. Insgesamt sank der Geschäftsklimaindikator für die Hamburger Wirtschaft damit gegenüber dem Vorquartal um fast fünf Punkte und erreichte zum Ende des dritten Quartals 109,5 (Test-)Punkte.
Für die kommenden zwölf Monate sieht die Mehrheit der Unternehmen (61,7 Prozent) eine gleichbleibende Geschäftslage voraus. Bei den übrigen Befragten ist die Meinung geteilt: Sie erwarten einen „eher günstigeren“ (19,2 Prozent) oder „eher ungünstigeren“ Geschäftsverlauf (19,1 Prozent). Fast jedes zweite Unternehmen zählt eine sinkende Inlandsnachfrage sowie ungünstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu den größten Risiken für die eigene Geschäftsentwicklung.
Es sei angesichts der gedämpften Geschäftserwartungen nicht überraschend, dass die Beschäftigungs- und Investitionsplanungen der Hamburger Wirtschaft gegenüber der Sommerbefragung an Dynamik verloren hätten, so Handelskammer-Chefvolkswirt Süß (Salden der Antworten „Zunahme“ / „Abnahme“ im dritten Quartal 2014: +2,0 bzw. +7,1; Vorquartal: +9,6 bzw. +12,7). Während sich insgesamt eine Stagnation bei der – in den vergangenen Jahren insgesamt positiven – Beschäftigungsentwicklung in Hamburg andeute, zeichneten sich weitere Beschäftigungszuwächse vor allem im Verkehrs- und Gastgewerbe, bei Finanzdienstleistern, in der Gesundheitswirtschaft sowie bei sonstigen Dienstleistern ab.
Kaum verändert gegenüber dem Vorquartal haben sich die – nun schon seit Herbst 2009 ungebrochen optimistischen – Exportaussichten der Hamburger Wirtschaft (Saldo der Antworten „erwartete Zunahme / Abnahme des Exportgeschäftes“ im dritten Quartal 2014: +19,3; Vorquartal: +21,7).
Die Handelskammer Hamburg ist seit 1665 die Selbstverwaltung der gewerblichen Hamburger Wirtschaft. Wir vertreten die Interessen von über 166.000 Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung, sind kundenorientierter Dienstleister für unsere Mitgliedsfirmen und unabhängiger Anwalt von Markt, Wettbewerb und Fair Play. Über 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen engagieren sich bei uns als gewählte Vertreter ihrer Branchen ehrenamtlich in über 30 Gremien und tragen entscheidend zur Meinungsbildung der Handelskammer bei. Außerdem nehmen 4.000 ehrenamtliche Unternehmensvertreter die Prüfungen in der dualen Berufsausbildung ab, die uns der Staat per Gesetz als hoheitliche Aufgabe übertragen hat. Unser Leitsatz heißt: „Wir handeln für Hamburg.“

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