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Handwerk klagt über Akademisierungswahn

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gibt der Politik und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Mitschuld am gegenwärtigen Handwerkermangel. "Seit Jahren wird von Politik wie Gesellschaft vorrangig für den akademischen Weg geworben", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke der "Welt am Sonntag". Die Nachwuchsarbeit der Handwerker war nach seinen Worten "in den vergangenen Jahren ein stetiges Anrennen gegen den Vorwurf von OECD und Politik, der Akademisierungsgrad in Deutschland sei zu niedrig". Vor allem im Bausektor mehren sich die Klagen von Verbrauchern über Engpässe. Allein im vergangenen Jahr konnten an die 20.000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Schwannecke bedauerte, dass die guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten bei Schulabgängern zu wenig bekannt seien. "Im Handwerk kann man gutes Geld verdienen. Ein Handwerksmeister liegt mit seinem Lebensarbeitseinkommen auf Augenhöhe mit einem Akademiker", sagte er. Nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beträgt das Lebenseinkommen eines Meisters oder Technikers im Schnitt rund 730.000 Euro. Zudem stehe in 200.000 Handwerksbetrieben in den nächsten fünf bis sechs Jahren ein Generationswechsel an. "Wohl in keinem anderen Wirtschaftsbereich bestehen derzeit so gute Möglichkeiten, sich bereits in jungen Jahren selbstständig zu machen und unternehmerisch tätig zu werden", meinte der ZDH-Generalsekretär. Eine umstrittene Imagekampagne der Handwerkskammern mit Sprüchen wie "Am Anfang war Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht" solle fortgesetzt werden. Bis 2020 werden die Handwerkskammern für Plakate und Spots 100 Millionen ausgeben. Die Aktion sei erfolgreich, so Schwannecke weiter. Sie solle bis 2025 fortgesetzt werden. Dies wird voraussichtlich weitere 50 Millionen Euro kosten. Die Arbeitnehmervertreter im Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) hatten sich dagegen ausgesprochen. Foto: Fliesenleger, über dts Nachrichtenagentur

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Ein Kommentar

  1. Ich denke das auch in Schulen und Medien in er Verantwortung stehen um ein gesellschaftliches Umdenken zu erreichen. Wir müssen weg von der völlig kranken Idealvorstellung, dass erst mit einem Studium was aus den Kindern geworden ist. Wer sich die Hände beim Arbeiten schmutzig macht wird von Arbeitskräften auf dem Büro nicht selten von oben herab behandelt. Dieses Phänomen ist in manchen Köpfen so ausgeprägt das selbst Bürohilfskräfte sich selbst höher einschätzen als den Maurermeister der noch selbst auf dem Gerüst steht. Sowas nenne ich mal eine gesellschaftliche Fehlentwicklung!

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