Holcim: Erwartungen nicht erfüllt

Rapperswil – Die Holcim Ltd,. einer der größten Zementhersteller der Welt mit Hauptsitz in Rapperswil-Jona, musste in den ersten neun Monaten 2013 einen Absatzrückgang bei Zement, Zuschlagstoffen, Transportbeton und Asphalt verzeichnen. Bei Transportbeton betrug das Verkaufsminus 14,3 Prozent, bei Zement 2,6 Prozent und bei den Zuschlagstoffen 3,7 Prozent.

Konsequenzen gezogen

Den Absatzrückgang begründet der Konzern mit einer geringeren Nachfrage in einigen Ländern. In Europa habe sich die Lage inzwischen stabilisiert, wie der Konzern bekanntgab, doch in Indien, Mexiko, Kanada und Brasilien sei die Nachfrage gesunken. In Indien wurde die Lage noch durch einen Wertverfall der Rupie erschwert und in Australien sanken die Preise für Baustoffe. Holcim reagierte auf die Entwicklung mit der Schließung von unrentablen Werken.  Der rückläufige Verkauf in den einzelnen Bereichen schlug sich beim Gesamtumsatz mit einem Minus von 6,1 Prozent auf 14.941 Milliarden Schweizer Franken nieder. Der Reingewinn konnte dennoch gesteigert werden, bedingt durch den Verkauf von 25 Prozent an Cement Australia. Auch fuhr Holcim in den letzten Monaten zusätzlich ein Sparprogramm und konnte die Kosten erheblich senken, was sich ebenfalls beim Reingewinn zeigte. Er stieg um 16,8 Prozent auf 1,277 Milliarden Schweizer Franken. Auch die Aktionäre durften sich freuen, denn für sie blieben 1,04 Milliarden vom Reingewinn, ein Drittel mehr als zuvor.

Vorjahresumsatz wird nicht erreicht

Nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2013, räumte das Unternehmen ein, dass das Vorjahresergebnis beim Absatz von Zement nicht erreicht werden wird. Auch bei den Zuschlagstoffen und dem Transportbeton zeige sich die Situation ähnlich. Experten waren vom Ergebnis wenig überrascht, da bereits die Geschäftsberichte über die ersten beiden Quartale der beiden indischen Tochtergesellschaften ACC und Ambuja Cement die Entwicklung erkennen ließen. Das Unternehmen wurde 1912 gegründet und expandierte bereits 8 Jahre später nach Europa und 1927 nach Ägypten. Ab 1945 beteiligte sich Holcim an nord- und südamerikanischen Werken und ab 1970 auch an asiatischen. 2005 übernahm der Konzern die britischen Aggregate Industries und die indische ACC-Gruppe. Der Konzern ist seit 1958 börsennotiert, 20 Prozent der Anteile hält die Familie Schmidheiny. Drei Jahre hintereinander war Holcim Leader of Industry im Dow Jones Sustainability Index, 2005, 2006 und 2007. Bekannt ist das Unternehmen auch durch einen Architekturwettbewerb mit einem Preisgeld von insgesamt 2 Millionen US Dollar pro Wettbewerbsrunde. Der Wettbewerb wird durch die 2003 gegründete Holcim Foundation for Sustainable Cunstruction ausgeschrieben und durchgeführt, dabei werden im Dreijahres-Abstand drei Architekturprojekte in den fünf Kontinenten prämiert.

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