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IfW-Präsident erwartet strengere Bankenregulierung von EZB-Chefin

Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW), Gabriel Felbermayr, erwartet eine strengere Regulierung von Banken und anderen Finanzunternehmen, wenn Christine Lagarde die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) übernimmt. "Lagarde wird das Thema Finanzstabilität entschiedener angehen als Draghi", sagte Felbermayr der "Welt am Sonntag". Lagarde sei da eher bei der Bundesbank als bei der Banca d`Italia. Mario Draghi, der aktuelle Präsident der EZB, hatte zuvor bei der Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet und war vor dem Wechsel nach Frankfurt Präsident der Italienischen Notenbank gewesen. "Christine Lagarde hat sich bei der Führung des IWF auf schwierigstem internationalem Terrain bewährt und dürfte als EZB-Präsidentin die internationale Reputation und die Glaubwürdigkeit der EZB steigern - auch gegenüber der Ära von Draghi", sagte Felbermayr. Lagarde führte bisher den Internationalen Währungsfonds (IWF), der als Hüter der internationalen Finanzmarktstabilität gilt. Felbermayr geht davon aus, dass die EZB, zu deren Aufgabe auch die Bankenregulierung in der Euro-Zone gehört, künftig stärker darauf achten werde, in welchen Nischen des Finanzsystems gefährliche Entwicklungen stattfinden - etwa wenn sich Spekulationsblasen bilden. Beispielsweise auch in Deutschland: "Dass der deutsche Immobilienmarkt ziemlich überhitzt ist, hat Draghi nicht interessiert", sagte der IfW-Präsident. "Das wird für Lagarde eine größere Rolle spielen. Ich erwarte, dass sie vor allem bei den Banken ansetzen wird und die Finanzmärkte strenger regulieren und überwachen lassen wird als die EZB unter Draghi." Vorstellbar sei beispielsweise, dass sie den Banken noch strengere Vorschriften für Eigenkapital auferlegt oder Hypothekenbanken zwingt, bei Immobilienkrediten höhere Eigenanteile der Kreditnehmer zu verlangen. Felbermayr geht auch davon aus, dass Lagarde die unter ihren Vorgängern eingeleitete Politik der ultraniedrigen Zinsen und expansiver Geldpolitik fortführen wird. "Die Finanzmärkte werden von Christine Lagarde begeistert sein. Sie wird vermutlich die Notenbankpolitik von Draghi fortsetzen, ich würde von ihr keine Neuausrichtung der Zinspolitik erwarten ", so Felbermayr. "Das wird auch bedeuten, dass sie auf die Sorgen in nordeuropäischen Euro-Staaten wie Deutschland, Österreich und Finnland nicht so Rücksicht nehmen wird, wie es angezeigt wäre." Foto: EZB, über dts Nachrichtenagentur  

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