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IG Metall rechnet mit Anstieg von Kurzarbeit in Autoindustrie

Wegen der Mobilitätswende und der schwachen Weltkonjunktur erwartet die Gewerkschaft IG Metall spürbare Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt. "Wir rechnen damit, dass es im ersten Quartal 2020 zu einem deutlichen Anstieg der Kurzarbeit kommen wird", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Diese Entwicklung sei derzeit schon im Nutzfahrzeugbereich zu sehen. Auch viele Zulieferbetriebe hätten in den vergangenen Wochen Kurzarbeit angemeldet. Sorgen bereiten dem IG-Metall-Chef vor allem kleine und mittlere Zulieferbetriebe, deren Geschäftsmodelle durch den Wechsel zur Elektromobilität zum Teil vernichtet werden. "Da gibt es zum Teil noch die falsche Hoffnung, dass man in den nächsten 30 Jahren so weiter produzieren kann wie bisher", sagte Hofmann. Scharfe Kritik äußerte er an den Plänen einiger Zulieferer, Arbeitsplätze in Richtung Osteuropa zu verlagern. "Ich halte es ehrlich gesagt für einen Skandal, wenn Unternehmen schon die kleinste konjunkturelle Delle zur Verlagerung nutzen", so der IG-Metall-Chef. Als Beispiel nannte er Continental. Mit dem DAX-Konzern aus Hannover verhandelt die IG Metall derzeit über Werksschließungen sowie den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen. Hofmann hob hervor, dass Continental auch eine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern habe. "Das machen diese gerade auch dem Management deutlich. Notfalls auch im Konflikt", so der IG-Metall-Chef weiter. Der Aufsichtsrat von Continental kommt an diesem Mittwoch zusammen und könnte in dieser Frage Entscheidungen treffen. Das in der vergangenen Woche von der Bundesregierung verabschiedete Klimapaket geht aus Sicht der IG Metall zwar in die richtige Richtung. Für Hofmann sind die gewählten Schritte jedoch unzureichend: Die neue Abstandsregelung für Windräder von 1.000 Metern zu Wohngebieten nannte der IG-Metall-Chef zudem eine "Verschlimmbesserung". Auch sei nicht erkennbar, mit welchem Schwung und Investitionsvolumen die Politik eine Wasserstoffstrategie entwickeln wolle. "So landen wir mit der Energiewende in einer Sackgasse", sagte Hofmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Foto: Stahlproduktion, über dts Nachrichtenagentur  

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