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Investitionen im Ausland – die Chancen und Risiken

Laut einer Studie des weltweit agierenden Kreditversicherers Euler Hermes flaut das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2019 und 2020 ab. Weil die abflauende Konjunktur auch Deutschland betrifft, sind Investoren verstärkt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, ihr Kapital gewinnträchtig anzulegen und entdecken dabei immer öfter Chancen im Ausland.

Wie erfolgversprechend diese sind, hängt jedoch sehr stark davon ab, in welcher Region der Welt sie ihr Geld anlegen. Der Grund: Die jeweiligen Länderrisiken sind höchst unterschiedlich. Zu den wirtschaftlichen Sorgenkindern gehören beispielsweise Länder wie Rumänien, Kroatien, Zypern und Italien.

Warum wollen deutsche Investoren ins Ausland?

Bereits 2018 hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag laut einer Erhebung bei mehr als 5.000 Unternehmern einen Rekord bei Auslandsinvestitionen erwartet. Die Experten erwarteten damals, dass dadurch in etwa 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Bevorzugt wollten die Unternehmen in der Eurozone, aber auch wieder verstärkt in Asien investieren. Als Hauptgrund für ihr Engagement außerhalb der Grenzen Deutschlands nannten nahezu die Hälfte aller Befragten die geringen Energie- und Arbeitskosten, die in Deutschland auf einem vergleichsweise hohen Niveau liegen.

Besonders gern investieren übrigens seit jeher Großunternehmen im Ausland. Dafür gab es in der Vergangenheit auch gute Gründe. So sicherten sich die Unternehmen nämlich die Rohstoffe, die sie für ihre Produktionsstätten benötigten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlagerten aufgrund des Strukturwandels ganze Branchen ihre Produktion ins Ausland. Das beste Beispiel hierfür ist die Textilindustrie, die bis dahin in einigen Regionen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellte. Jedoch konnten Stoffe und Kleidungsstücke angesichts der Billig-Konkurrenz aus Fernost in Deutschland nicht mehr rentabel produziert werden. Ein weiterer Grund, warum Unternehmer im Ausland investieren wollen, liegt schlicht und ergreifend daran, dass sie dort oft weniger Steuern bezahlen müssen. Sie können durch die Investition im Ausland also unter Umständen erhebliche Beträge einsparen.

Welche Investitionsmöglichkeiten gibt es?

Unternehmen, die im Ausland investieren wollen, haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie können entweder eine sogenannte Direktinvestition tätigen, also beispielsweise eine Produktionsstätte errichten. Oder aber sie tätigen eine sogenannte Portfolioinvestition. Sie investieren also in Finanzprodukte, in welchen die Unternehmensanteile verschiedener Firmen gebündelt werden, wie es auch in einem Aktienfonds der Fall ist. Anders als bei einer Direktinvestition haben die Unternehmen in diesem Fall allerdings keinerlei Kontrolle über die geschäftliche Tätigkeit ihrer Beteiligung.

Ein Ansprechpartner für mittelständische Unternehmen

Auslandsinvestitionen sind übrigens nicht nur für große Konzerne möglich, die oft weltweit Standorte betreiben. So gibt es beispielsweise kompetente Partner für mittelständische Unternehmen, die ihren Kunden neben Leasing-Lösungen auch technisches Know-How, sowie Investitionslösungen der verschiedensten Art anbieten. Zusätzlich zu einfachen und schnellen Finanzierungslösungen stellen viele Anbieter Leistungspakete zur Verfügung, die individuell auf den Kunden zugeschnitten sind. Bei der Wahl des geeigneten Finanzpartners sollte ein besonderes Augenmerk auf eine umfassende Beratung im Vorfeld gelegt werden. Nur wenn sich der Finanzierungspartner mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat, können maßgeschneiderte Lösungen angeboten werden.

Weil Information wichtig ist

Mit den German Desk Wochen gibt es ein umfangreiches Informationsangebot für Interessierte. Bei dieser Gelegenheit reisen Mitarbeiter des Finanzierungspartners aus den internationalen Standorten an und bieten den interessierten Besuchern aktuelle Informationen aus erster Hand. Besonders wichtig sind dabei natürlich insbesondere die juristischen und steuerlichen Aspekte, die mit der Investition verbunden sind. Es wird zudem über die landesspezifischen Besonderheiten des ausländischen Zielmarktes aufgeklärt und wichtige Hinweise gegeben, die es für eine erfolgreiche Erschließung von Auslandsmärkten zu beachten gilt.

Vorsicht vor Fehlinvestitionen

Dass die Geldanlage im Ausland aber sehr wohl auch mit Risiken verbunden ist, merkten sowohl Investoren als auch Sparer besonders stark 2008, als die Finanzmärkte weltweit zusammenbrachen. Zwar wirken sich die Investitionen von Unternehmen im Ausland auch positiv auf die deutsche Wirtschaft aus, weil sie den Standort bis zu einem gewissen Grad stärken. Anders sieht es hingegen bei Sparern aus, die ihr Geld in ausländische Finanzprodukte investieren, weil sie dort höhere Zinsen erwarten. Denn dieses Kapital fehlt der deutschen Wirtschaft.

Um deutsche Sparer zu mehr Investitionen in die Infrastruktur des Landes zu animieren, hat der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bereits 2014 eine Kommission ins Leben gerufen. In dieser Kommission sitzen neben Vertretern von Verbänden und Wissenschaftlern auch Experten aus der Versicherungswirtschaft.

Was die Investoren beachten müssen

Unternehmer, die im Ausland investieren wollen, müssen insbesondere mit den Vorschriften und der rechtlichen – insbesondere der steuerrechtlichen – Situation bereits im Vorfeld vertraut sein. Aber auch in Deutschland müssen die Unternehmen bestimmte Meldepflichten einhalten, damit sie ihr Investment im Ausland erfolgreich durchführen können. Und zuletzt muss auch die Finanzierung sichergestellt werden. Spezielle Finanzierungslösungen werden von verschiedenen Banken angeboten, beispielsweise von der KfW-Bank. Unternehmen müssen dieses Darlehen über ihre Hausbank beantragen, über die anschließend auch der gesamte Zahlungsverkehr läuft.

Fazit

Immer mehr Menschen investieren im Ausland. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Zum einen sind da die deutlich niedrigeren Energie- und Arbeitskosten, zum anderen müssen im Ausland oftmals weniger Steuern gezahlt werden. Egal, ob man eine Direktinvestition oder eine Portfolioinvestition tätigt, die Vorteile sind zahlreich. Jedoch bergen Investitionen im Ausland auch einige Risiken. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld gut zu informieren und beraten zu lassen und sich etwa mit den steuerrechtlichen Aspekten oder Finanzierungen auseinanderzusetzen. Sind diese Dinge abgeklärt, kann die Investition im Ausland erhebliche Chancen mit sich bringen.

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