Verteidigungsminister Boris Pistorius hat lange Zeit eine eindeutige Positionierung zur K-Frage der SPD vermieden. In den vergangenen Monaten wurde er immer wieder als möglicher Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten gehandelt, nachdem Olaf Scholz dieses Amt im Dezember 2021 übernommen hatte.
Entscheidung nach reiflicher Überlegung
Nun hat Pistorius jedoch Klarheit geschaffen und erklärt, dass er für eine Kanzlerkandidatur nicht zur Verfügung stehe. Diese Entscheidung sei nach intensiver interner Abwägung und Beratung mit seinem persönlichen Umfeld gefallen, betonte der Verteidigungsminister. Obwohl viele in der Partei große Stücke auf ihn gesetzt hatten, sieht er seine Berufung derzeit nicht in der Spitzenkandidatur, sondern in der Führung des Verteidigungsministeriums.
Fokussierung auf Kernaufgaben
Pistorius begründete seinen Verzicht damit, dass er sich in den kommenden Jahren ganz auf die Neuausrichtung der Bundeswehr und die Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit konzentrieren wolle. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der damit einhergehenden sicherheitspolitischen Herausforderungen sieht er seine Hauptaufgabe darin, das Militär bestmöglich für diese Aufgaben zu wappnen. Eine Kandidatur für das Kanzleramt würde ihn von diesen Kernaufgaben ablenken, so Pistorius.
Partei akzeptiert Entscheidung
Die Parteispitze der SPD hat die Entscheidung von Pistorius mit Respekt aufgenommen. Auch wenn man gehofft hatte, dass er als möglicher Kanzlerkandidat in Frage kommen würde, akzeptiert man seinen Wunsch, sich auf das Verteidigungsressort zu konzentrieren. Nun gilt es, andere geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die nächste Bundestagswahl zu finden und in Stellung zu bringen.
