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Kritik an Armutsbericht hält an

Prekariat, über dts NachrichtenagenturDer am Donnerstag vorgestellte "Armutsbericht " des Paritätischen Wohlfahrtsverbands stößt weiter auf Kritik. Clemens Fuest, Präsident des Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo, sagte der "Bild", dass die Zahl der Menschen, die von staatlichen Hilfen abhängig sei, von 2005 bis 2015 um zwölf Prozent auf sieben Millionen gesunken sei - die Asylbewerber herausgerechnet. Auch die Zahl der Erwerbslosen sei gesunken. "Gleichzeitig steigt das Durchschnittseinkommen der Deutschen, die 60-Prozent-Grenze hat sich also nach oben verschoben. Das alles verzerrt den Armutsbericht" sagte Fuest zu "Bild". "Die wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich schon lange nicht mehr in einem Sinken der Armut nieder", sagte Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätische Wohlfahrtsverbands, zuvor. Laut Bericht betrug die Armutsquote im Jahr 2015 in Deutschland 15,7 Prozent. Als arm gelten demnach Haushalte, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. Fuest kritisierte zudem gegenüber "Bild", dass in dem Bericht "fälschlicherweise von einer Armutsquote und nicht von einer Armutsrisikoquote gesprochen wird". Armut sei ein ernstzunehmendes Problem und müsse weiter bekämpft werden, sagt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. Gegenüber "Bild" kritisierte er jedoch die Grundlage, nach der der Paritätische Gesamtverband seine "Bericht zur Armutsentwicklung" berechnet: "Die Armutsdefinition, die dem zugrunde liegt, ist zu Recht umstritten. Danach führen steigende Löhne in Deutschland paradoxerweise zu mehr Armut." Dedy erklärte weiter, dass Armut vor allen Dingen dann mit Sozialleistungen bekämpft werden müsse, wenn Menschen in Notlagen geraten. "Bund, Länder und Kommunen sollten diese Hilfen und Beratungsangebote vor allem für Familien mit Kindern gezielt weiter entwickeln." Aber: "Einen Höchststand zu vermelden, verzerrt allerdings die Wirklichkeit." Foto: Prekariat, über dts Nachrichtenagentur
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