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Lebensmittelwirtschaft gegen Aufweichung der Spezialitäten-Herkunft

Einkaufsregal in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur Berlin – Die deutsche Lebensmittelwirtschaft hat sich gegen den Vorstoß gewandt, die Regeln für Herkunftsbezeichnungen von Lebensmitteln aufzuweichen. Der „Bild“ (Montag) sagte der Hauptgeschäftsführer der Spitzenverbände der Lebensmittelwirtschaft, Christoph Minhoff: „Regionale Spezialitäten müssen regionale Spezialitäten blieben. Wir wollen keine Original Nürnberger Rostbratwürstchen aus Kentucky.“

Minhoff reagierte damit auf Aussagen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), die Regeln im Zuge des Freihandelsabkommens TTIP mit den USA aufzuweichen. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) sagte „Bild“: „Die regional geschützten Produkte sind ein hohes Gut, das hart erarbeitet wurde. Sie sind identitätsstiftend und wir werden sie nicht aufgeben!“ Der deutsche Milchindustrieverband unterstützt dagegen Schmidts Reformforderungen. Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser sagte „Bild“: „Der übermäßige Schutz in der EU ist ein bürokratischer Popanz und Protektionismus.“ Dies könne bei den Produzenten zu Millionenschäden führen. „Ich wäre froh, wenn Minister Schmidt sich durchsetzen würde.“ Ähnlich äußerte sich der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. „Ein gewisser Schutz für echte Spezialitäten ist gut, zum Beispiel beim Dresdner Stollen“, sagte Verbandspräsident Peter Becker gegenüber „Bild“. „Aber nicht jede Wurst, nicht jeder Käse und auch nicht jede Brotsorte sollte geschützt werden.“

Foto: Einkaufsregal in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

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