Legalisierung des Cannabis-Konsums – Ein Markt zwischen Illegalität und Milliardenpotenzial

Schon seit vielen Jahren ploppt das Thema der Cannabis-Legalisierung in nationalen wie internationalen Medien immer wieder auf. Das geschah ein weiteres Mal, als im Koalitionsvertrag der 2021 gebildeten Ampelregierung die Absicht formuliert wurde, die Abgabe von Cannabis zu legalisieren. Die Reaktionen von Unternehmen, die schon am Markt aktiv waren und mit Cannabis bzw. CBD-haltigen Produkten handeln, war positiv, jedoch zeigten sich einige Anbieter noch skeptisch, ob und wann die Legalisierung realisiert werden kann.

In Teilen bereits legal – Markt mit profitablen Geschäftsfeldern

Lars Müller (Foto) ist CEO des ersten börsengelisteten Cannabis-Unternehmens in Deutschland. Seit dem Börsengang im November 2019 hat das Unternehmen mehr als 13 Millionen Euro aufgenommen. © SynBiotic SE

Dass die geplante Legalisierung ein wichtiger, aber nicht existentiell wichtiger Schritt für Unternehmen der Branche sein wird, davon ist etwa Lars Müller, CEO des ersten deutschen börsengelisteten Cannabis-Unternehmens SynBiotic SE, überzeugt. Zu dieser Auffassung kommt der erfolgreiche Unternehmer, weil sich unter dem Dach der von ihm gelenkten Unternehmensgruppe eine ganze Reihe Unternehmen zusammengefunden haben, die langfristig auch ohne die Legalisierung gewinnbringend agieren werden.

Seit 2017 betreiben sie den legalen Handel mit medizinischem Cannabis sowie CBD-haltigen Produkten, die laut Gesetzgebung nicht unter das Betäubungsmittelgesetz oder die Verschreibungspflicht fallen. Das ist der Fall, wenn die Produkte weniger als 0,2 Prozent THC (den Rauschwirkungen verursachenden Bestandteil von Cannabis) enthalten und nicht mittels Heilversprechen beworben werden.

CEO Lars Müller hält eine zu starre Fokussierung auf das Legalisierungsverfahren für zu kurz gedacht: „Alle scheinen momentan ausschließlich auf die Legalisierung zu schielen. Dabei ist das Potenzial bereits heute groß und ermöglicht erhebliche Umsätze.“

Medizinisches Cannabis und Produkte mit Cannabinoid-Anteil

Der Handel mit medizinischem Cannabis ist für Lars Müller ein wichtiger Bestandteil des Gesamtmarktes. Grund hierfür ist, dass Cannabinoide (CBD) eine hilfreiche Alternative zu klassischen, mit zum Teil stärksten Nebenwirkungen verbundenen Arzneimitteln sein können. Mehr als 300 Millionen Menschen weltweit gelten hier als potenzielle Kunden: „Die Menschen sind auf der Suche nach Lösungen für ihre Probleme im Leben. Mit Cannabinoiden sind wir allein in der EU bereits in der Lage, einen Multi-Milliardenmarkt für Schlaf-, Schmerz- und Angstlösungen mit einem kumulierten Umsatz von über 250 Milliarden Euro für rezeptfreie und pharmazeutische Produkte zu erschließen.“

Medizinisches Cannabis ist also nicht nur hilfreich, sondern auch extrem lukrativ. Aus diesem Grund sind Unternehmen wie SynBiotic auch ohne die vollständige Legalisierung profitabel. Weil die Nachfrage nach CBD-haltigen Produkten in den unterschiedlichsten Bereichen (Nahrungsergänzung, Wellness, Kosmetik, Recreational-Cannabis oder Novel Food) stetig wächst, blickt der SynBiotic-CEO sehr optimistisch in die Zukunft.

Finanzielle Vorteile der Cannabis-Legalisierung

Allerdings heißt dies nicht, dass sich Müller und sein Unternehmen auf den Erfolgen ausruhen können oder wollen. Trotz allem Optimismus bleibt die Legalisierung des Handels mit Cannabis in Deutschland für jedes Unternehmen der Branche ein wichtiger Schritt. Denn an der Legalisierung hängen von allen Seiten hohe Umsatzerwartungen. Viele Experten erwarten hier eine Verzehnfachung der Menge und des Umsatzes. So schätzt z. B. Bundesfinanzminister Christian Lindner, dass bisher jedes Jahr etwa 3.000 Tonnen an illegalen Cannabis-Produkten gehandelt werden, was einem Gesamtwert von mehreren Milliarden Euro entspricht.

Dadurch entstehen seriösen Unternehmen und auch dem deutschen Staat Einnahmeverluste. Die Hoffnung ist, dass dieser riesige Schwarzmarkt mit seinem in falsche Hände wandernden Geld durch die Legalisierung trockengelegt und das Geld zu einem guten Teil auch in die Staatskasse wandert.

Wie groß das Potenzial wirklich ist, zeigt die Tatsache, dass in Deutschland mit legal gehandelten Produkten im Augenblick etwa 300 Millionen Euro jährlich umgesetzt werden. Setzt man dann die schon erwähnte Verzehnfachung der Umsätze an und bedenkt, dass in Deutschland ca. 4 Millionen Menschen im Erwachsenenalter regelmäßig Cannabis konsumieren, erhält man eine Vorstellung, wie sich die Umsätze von Unternehmen wie SynBiotic entwickeln könnten.

Nicht allein die mit Cannabis bzw. CBD-haltigen Produkten handelnden Unternehmen haben daher Interesse an der Legalisierung. Auch der deutsche Staat rechnet sich Vorteile aus. Grund hierfür sind Studien wie die, die das Düsseldorfer Institute für Competition Economics (DICE) durchgeführt hat. Nach den Ergebnissen dieser Studie könnte sich der deutsche Fiskus über direkte Steuereinnahmen bzw. Einsparungen im Bereich Strafverfolgung von bis zu 4,7 Milliarden pro Jahr freuen. Außerdem würde der Arbeitsmarkt in Deutschland profitieren, weil für die Bereiche Anbau, Transport und Vertrieb etwa 27.000 neue Arbeitsplätze benötigt würden.

Ein Kommentar

  1. Die Waffen der Rotgrünen sind Migration, Sprachsteuerung und erlaubte Drogen.

    Denn nur so erreichen sie ihre demokratische Legitimation.

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