Letterpress – das Druckverfahren fasziniert Kunden und Drucker

Seit nun mehr als 10 Jahren geistert der Begriff „Letterpress“ durch die deutsche Druck- und Kreativwelt. Aber um was handelt es sich dabei und wofür wird dieses Druckverfahren genutzt?

Bei dieser „neuen“ Veredelung handelt es sich keineswegs um eine neue Art des Druckens, auch wenn der Begriff „Letterpress“ diesen Eindruck hervorrufen kann. Sondern das eigentliche Verfahren ist auf den klassischen Buchdruck mit beweglichen Lettern zurückzuführen. Dafuer muss ein Rückblick bis ins 15. Jahrhundert und Gutenberg erfolgen, um zu den Anfängen zu gelangen. Somit ist Letterpress erst mal nichts anderes als Buchdruck. Aber der Ansatz ist ein ganz anderer.

Buchdruck und Letterpress – der Unterschied

Die Nachfrage nach hochwertigen und handwerklichen Drucksachen steigt seit einigen Jahren stetig an. Das gilt vor allem für die Visitenkarten und somit hat der Buchdruck ein kleines Comeback erlebt. Dies ist nicht ohne Widerstand der altgedienten und stolzen Buchdrucker erfolgt. Quetschränder und Prägespuren auf dem Papier waren offensichtliche Zeichen von schlechtem Handwerk – wobei dies genau die Effekte sind, die heute sogar gewünscht sind. Dies ist im eigentlichen Sinne logisch, denn der Druck erfolgte früher mit weichen Bleilettern, die sich durchaus verformen konnten.

Bei der heutigen Druckart wird ein strapazierfähiges Klischee (Druckform) belichtet, die den hohen Druck problemlos standhält. Auf dieser Druckform wird das Druckbild in Form von das bedeutet, dass, wenn heute von Letterpress-Verfahren gesprochen wird, Prägungen gewünscht sind. Von diesen Partien wird die Farbe durch Berührung auf den Druckstoff übertragen. Sofern es um Drucke mit verschiedenen Farben geht, so erfolgten diese in mehreren Durchgängen – das bedeutet, dass jede Farbe einen neuen Durchgang mit einer eigenen Druckform erfolgen muss. Hier entfällt das Setzen der Bleiletter aufgrund der modernen Druckformerstellung.

Zudem gibt es noch den Letterpress ohne Farbe. Dabei handelt es sich um eine Blindprägung, die speziell auf weichen und haptischen Naturpapier sehr wirkungsvoll ist. Durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten erhält eine solche Blindprägung eine gewisse Plastizität.

Letterpress ohne Farbe – Druck mit emotionaler Wirkung

Der Druckstock wird bei der Blindprägung ohne Farbe in das Papier gedrückt und nicht mit Farbe. Aus diesem Grund entsteht eine suggestive Blindprägung. Das hervorgehobene Druckbild wird dennoch ohne weitere Effekte mit in den Vordergrund gestellt. Am besten sind am besten Designelemente wie Texturen und Logos geeignet.

Darüber hinaus stellt die Kombination von Letterpress mit seiner reliefartigen Vertiefung und einer blinden Hochprägung ein ästhetische Variationsmöglichkeit dar. Außerdem kann auch eine maschinelle Blindprägung als Blinddruck bezeichnet werden.

Welche Produkte eignen sich für Letterpress?

Besonders für Produkte mit handwerklichem Charakter und feinen Details eignet sich die Letterpress-Technik, wie bspw.:

  • Typografisches – Produkte, bei denen der Fokus auf der Schrift liegt, wie bspw. Einladungen oder Visitenkarten.
  • Zeichnungen & Skizzen – wie bspw. für Kunstbücher.
  • Illustrationen – z. B. für individuelle CD- oder Buch-Cover in kleiner Auflage.

Eher nicht geeignet für Letterpress sind große farbige Flächen wie plakative Grafiken. Hier stößt das Verfahren an seine Grenzen. Der Grund dafür ist der Druck, der über die relativ große Fläche auf das Substrat einwirkt, das heißt, dass sich das Papier verformen kann. Einen ähnlichen Effekt können kleine, dicht beieinanderstehende Einzelelement hervorrufen. Beispielsweise wird aus einem Text mit einer geringen Schriftgröße und Laufweite sehr schnell ein tiefgeprägter Block. Die Binnenräume können zudem bei fett gesetzten Buchstaben verschwimmen.

Letterpress-Briefpapier – ob geschäftlich oder privat

Der persönliche Stil des Absenders lässt sich am Briefpapier erkennen, egal ob Geschäftspapier oder private Korrespondenz. Mit einem Letterpress-Briefbogen wird ein Statement gesetzt und in Kombination mit passenden Kuverts / Briefumschlägen ergibt sich daraus eine feine Geschäftsausstattung. Diese wird sich dann von der Tagespost des Empfängers auf den ersten Blick positiv unterscheiden. Durch den hochwertigen Letterpress wird das Corporate Design mit Sonderfarben auf feinem Papier zum Leben erweckt.

Zudem sollte die Papiersorte zu den anderen Bestandteilen der Drucksachen-Ausstattung passen, wie z. B. Präsentationsmappen oder Visitenkarten. Unternehmen haben die Möglichkeit, alle Geschäftsdrucksachen bezogen auf die Papierfarbe und Qualität miteinander zu kombinieren, wofür feinste Papiersorten zur Auswahl stehen.

Allerdings sollten die Motive in grafischer Hinsicht nicht zu dicht oder blockig bzw. zu groß sein, damit ein schönes Ergebnis erzielt wird. Während die Letterpress-Visitenkarten sich bereits einer großen Beliebtheit erfreuen, so sind die Briefausstattungen noch immer etwas Besonderes – aber auch Kurzbriefe sind noch außergewöhnlich.

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