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Mannheim Neujahrsempfang: kreativen Städten gehört die Zukunft

Kreativität bestimmt die Zukunftsfähigkeit einer Stadt. Und davon gibt es in Mannheim viel. Dies stellte der Neujahrsempfang 2014, der unter dem Motto „Kreative Stadt“ stand, eindrucksvoll unter Beweis. Etwa 9.000 Besucher kamen zum Empfang des Oberbürgermeisters, hörten die Festrede des britischen Städteforschers Charles Landry, besuchten die Sonderausstellung oder ließen sich vom vielfältigen Bühnenprogramm begeistern.

Empfang des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz blickte in seiner Neujahrsansprache auf ein Jahr zurück, das durch eine ungewöhnliche Fülle von Projekten und Themen bestimmt wurde, aber für Mannheim mit vielen einzelnen Themen auch ein eher schwieriges Jahr war. „Die Fähigkeit, auf Krisen produktiv zu reagieren, wird als Resilienz beschrieben. Das Leitbild der „resilienten Stadt“ hat dabei viel zu tun mit dem Thema kreative Stadt und mit dem bürgerschaftlichen Miteinander und der Haltung einer Stadtgesellschaft“, erläuterte Kurz. Das Zutrauen in die eigene Gestaltungskraft habe in dem, was an Meinungen öffentlich geäußert wurde, oftmals gefehlt. Dabei hat Mannheim sich im letzten Jahr weiter sehr positiv entwickelt. Die Zahl der Unternehmen ist auf über 8.400 gestiegen, die Zahl der Arbeitsplätze ist so hoch wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Die Zahl der Schulabbrecher ist von knapp zwölf auf sechs Prozent gesunken und damit auf den Durchschnitt in Baden-Württemberg. Für über 50 Prozent der Ein- bis Dreijährigen besteht ein Betreuungsangebot, ebenso wie für über 50 Prozent der Grundschulkinder. Das ist der zweithöchste Wert in Baden-Württemberg. Ziel der Stadtgestaltung sei es, die Stadt als Heimat für alle ihre Bewohner zu gestalten und zu bewahren, so Kurz. „Die gemeinsame Gestaltung der Stadt ist ein Beitrag, um Identifikation und Identität auch im Wandel zu erhalten“, sagte Kurz. Die damit verbundenen Beteiligungsverfahren dienten auch dazu, das soziale Kapital zu mehren. Der Auftrag laute: „Spaltung bekämpfen, und Begegnung zwischen Kulturen, Milieus und Generationen stärken.“ Mannheim habe dafür gute Voraussetzungen. „Weltoffenheit und Pragmatismus stehen geradezu sprichwörtlich für Mannheim. Das wollen wir nutzen“, bekräftigte der Oberbürgermeister. Mannheim wolle auch in Zukunft Vorbild für das Zusammenleben sein und ein Stadtbild entwickeln, das Identifikation schaffe.

Warum Städte kreativ sein müssen

Festredner Charles Landry, der Mannheim eng verbunden ist, ging in seiner Rede auf die Bedeutung von Kreativität für die Stadtentwicklung ein. „Kreativität ist ein Kapital, und Mannheim hat besondere Möglichkeiten: Es ist klein genug, um Dinge umsetzen zu können, aber auch groß genug, um ernst genommen zu werden.“ Kreative Städte seien Orte, wo für Probleme interessante Lösungen gefunden würden. „Wir entwickeln uns hin zu einer Wissensgesellschaft, und Ideen sind in dieser Gesellschaft eine Währung“, ist Landry überzeugt. Die Frage sei nicht, was der Wert von Kreativität sei, sondern was es koste, wenn man nicht kreativ sei. „Die Anziehungskraft der Städte zu fördern, eine Vision zu haben, und die Natur in die Stadt einzubetten, das braucht Courage und Mut“, ist Landry überzeugt. Zukünftig müsse es darum gehen, nicht nur in Infrastruktur, sondern vor allem auch in Menschen zu investieren. Kultur müsse von den Menschen selbst entwickelt werden, die Offenheit für Kooperation müsse steigen. „Inklusive Städte haben einen höheren Innovationsgrad“, berief sich Landry auf aktuelle Studien, und Stadtentwicklung müsse sich auch einer ästhetischen Verantwortung bewusst sein. Eine Stadt müsse die Möglichkeit haben, sich organisch zu entwickeln. „Man muss sich fragen: wird die Stadt von individuellen Projekten bestimmt oder ist die Stadt selbst das Projekt?“ Eine Stadt sei ein lebendiges Kunstwerk, das es zu gestalten gelte.

Ehrungen und Sonderausstellung

Für die Ehrung der Ehrenamtlichen waren in diesem Jahr Menschen ausgewählt worden, die sich auf verschiedenste Weise für die „kreative Stadt“ engagieren, so zum Beispiel Günter Meder, der sei Jahrzehnten Kinder in der Kinderchirurgischen Klinik Geschichten erzählt oder die Jugendkabarettgruppe „Freschi Gosch“, die seit 2012 mit ihren Programmen einen unverstellten und kabarettistischen Blick auf die Politik und das Leben richtet. Insgesamt wurden 14 Personen und Gruppen ausgezeichnet. In der Sonderausstellung auf der Ebene 3 des Rosengartens konnten sich die Besucher einen umfassenden Eindruck über die „kreative Stadt Mannheim“ verschaffen. Kulturelle Vielfalt spielte ebenso eine Rolle wie die „Meile der Innvoationen“, die „Sehstationen“ luden dazu ein, Baukultur in Mannheim zu entdecken, der Stadtjugendring stellte seine Kampagne „Made in Mannheim“ vor und unter dem Motto „Alles im grünen Bereich“, ließen sich die Arbeitsbereiche des Dezernats für Bürgerservice, Umwelt und technische Betriebe entdecken. Die Würfel der Kampagne „Mannheim staunt Bauklötze“ wurden zugunsten des Kinderhauses in K2 versteigert und vor allem Kinder nutzen die Möglichkeit einer Rallye durch die Ausstellung, bei der es tolle Preise zu gewinnen gab.

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