Michael Müller sucht schon neuen BER-Chef

Flughafen Berlin-Brandenburg International (BER), über dts NachrichtenagenturDie Tage von Karsten Mühlenfeld an der Spitze der staatlichen Berliner Flughafengesellschaft sind womöglich gezählt. Berlins Regierender Bürgermeister und Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) sucht bereits einen Nachfolger, der den Hauptstadtflughafen BER bis 2018 betriebsfertig machen soll, schreibt der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Als Wunschkandidaten gelten laut des Berichts angeblich der Finanzchef des Münchner Flughafens, Thomas Weyer, oder der ehemalige Bombardier-Deutschlandchef Michael Clausecker.

Eine Bestätigung dafür gab es am Freitag nicht. Sollte Müller am Wochenende erfolgreich sein, soll Mühlenfeld schon am Montag vom Aufsichtsrat abberufen werden, schreibt das Magazin jedoch weiter unter Berufung auf „Insider“. Der Flughafenchef steht in der Kritik, weil sich unter seiner Führung die Fertigstellung des BER weiter verzögert hat. Selbst eine Eröffnung im Jahr 2018 wird demnach immer unwahrscheinlicher. Vorige Woche hatte Mühlenfeld dann auch noch Technikleiter Jörg Marks gefeuert – gegen den erklärten Willen der Eigentümer. Eine Aufsichtsrats-Krisensitzung brachte am Mittwoch keine Klärung. Der Bund verzichtete darauf, den bereits formulierten Abwahlantrag zu stellen, weil sich der Gesellschafter Brandenburg dagegenstellte. Müller hatte in der Personalfrage Geschlossenheit verlangt. Er scheiterte auch mit dem Vorschlag, seinen Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup zum Interimsflughafenchef zu berufen.

Graf (CDU) fordert Rücktritt Müllers als Aufsichtsratschef

Der CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Florian Graf, forderte am Freitag im rbb-Inforadio den Rücktritt Michael Müllers (SPD) als Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg.

„Herr Müller ist so überfordert mit der Aufgabe, dass er offenbar ja auch nicht in der Lage ist, geräuschlos Personalveränderungen zu organisieren. […] Das ist ja eigentlich ein Zeichen der Handlungsunfähigkeit, wenn ein Aufsichtsrat sich über Tage vertagen muss, um dann weiter zu beraten.“

Durch sein Kommunikationsverhalten sei ein maximaler Schaden für den BER und den Aufsichtsrat entstanden, sagte Graf. Ein Rücktritt Müllers wäre ein Befreiungsschlag und würde die Möglichkeit schaffen, dass Experten an die Spitze des Gremiums entsendet werden. Wichtig sei, dass Ruhe einkehre.

Man tue sich keinen Gefallen damit, permanent Personaldiskussionen zu führen. Worauf die Stadt warte, sei ein verbindlicher Eröffnungstermin, so Graf.

Foto: Flughafen Berlin-Brandenburg International (BER), über dts Nachrichtenagentur

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