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Niedrigzinsen – wie sie sich auf Wirtschaft und DAX auswirken

Spätestens seit dem Einsetzen der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 geistert das Wort „Niedrigzinsphase“ durch Medien, Politik und die Köpfe der Anleger. Tatsächlich zeigen Studien: Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten sind die Nominal- und Realzinssätze global rückläufig. Das verunsichert vor allem Sparer, die auf der Bank weniger Rendite erhalten als zuvor. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Die aktuelle Geldpolitik der EZB und der amerikanischen Federal Reserve Bank hat viele Vorteile, gerade für die Wirtschaft. Wieso wirken sich niedrige Zinsen so positiv auf den DAX und die deutsche Wirtschaft aus?

Wirtschaft bleibt stabil

Klar ist: Nach einem hektischen 2020 profitiert die Wirtschaft überproportional stark von günstigem Geld. Realistisch gesehen wird die Nullzinsphase daher mindestens noch bis zum Ende des Jahres 2023 anhalten – wenn nicht sogar länger. Genau dies signalisierte die amerikanische Notenbank Fed auch Mitte und Ende des letzten Jahres immer wieder deutlich. Selbst dies dürfte den Märkten aber nicht ausreichen, Unternehmer fordern langfristig ein geringes Zinsniveau.

Während Sparer sich weiterhin über Wertverluste bei Sparbuch und Bausparvertrag ärgern werden, sind diese Nachrichten für Anleger und die Wirtschaft äußerst positiv. Denn auch im Jahr 2020 konnten Leitindizes wie der DAX trotz der bekannten Turbulenzen spürbar zulegen. Beobachter überrascht dies nicht: In den vergangenen zwanzig Jahren konnte der DAX sich in jeweils kurzer Zeit von Krisen wie dem Dotcom-Crash (2003), der weltweiten Finanzkrise (2008) und der Schuldenkrise der Eurozone (2012) erholen. Auch der Handelskrieg zwischen den USA und China konnte 2016 nur für kurzfristige Turbulenzen sorgen. Viele Beobachter sahen die zwischen 2013 und 2018 beinahe ununterbrochen andauernde „bullische“ Phase der Finanzmärkte eigentlich bereits als beendet an. Doch wieder einmal zeigte sich: Der DAX ist stabil und mit ihm auch andere Indizes wie der MSCI World oder der Dow Jones.

Große Chancen für Unternehmen

Für Anleger bedeutet dies vor allem eines: Die Investition in Sachwerte schlägt die in Geldwerte weiterhin um Längen. Für die Wirtschaft wiederum signalisieren niedrige Zinsen und günstiges Geld große Wachstumschancen. Denn nie in der jüngeren Vergangenheit war es so einfach, das eigene Geschäft durch Kredite zu erweitern und so zu expandieren.

Unterstützend wirkt hierbei die schnelle technologische Entwicklung, die gerade in den letzten zehn Jahren noch einmal an Fahrt aufgenommen hat: Dank besserem Internet, technologischen Entwicklungen wie Smartphones und den daraus resultierenden Umwälzungen von ganzen Wirtschaftszweigen, ergeben sich für Unternehmen große Chancen. Wer beim Thema Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnimmt, kann Umsatz und Gewinn zumeist deutlich erhöhen und Geschäftsprozesse straffen – das merken auch deutsche Unternehmen, die sich insgesamt bei der Digitalisierung nur die Note „befriedigend“ als Eigenbewertung geben und daher noch weitere Potenziale vorweisen. Es ist diese Kombination aus günstigem Geld und starken Wachstumsmöglichkeiten, welche die deutsche Wirtschaft selbst in Krisenzeiten so robust macht. Und exakt diese Stabilität ist es wiederum, welche Indizes wie den DAX beinahe Jahr für Jahr zu neuen Höchstständen treibt.

Europäische Wirtschaft profitiert

Das Stichwort Niedrigzinsphase hat Anleger und Wirtschaft in den vergangenen Jahren beschäftigt und ist 2021 wichtiger denn je. Insgesamt profitiert die Wirtschaft in Deutschland und Europa aber deutlich stärker von niedrigen Zinsen, als dies zunächst zu erwarten wäre. Dank der Kombination aus technologischem Wandel und günstigem Geld ergeben sich für Unternehmen große Wachstumschancen, welche sich wiederum positiv auf Indizes wie den DAX auswirken. Dies dürfte sich auch in den kommenden Monaten nicht ändern.

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