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No Luck mit Luck24

Gluecksspiel No Luck mit Luck24Wien – Die Anklageschrift umfasst 117 Seiten, Verdacht auf schweren gewerbsmäßigen Betrug, vermeintlicher Schaden 191,61 Millionen Euro. Geschädigte? 36.861 Österreicherinnen und Österreicher, sowie eine größere Anzahl deutscher Staatsbürger. Weitere 11.431 Personen konnten die Schädigung verhindern. Für den gerichtlich beeideten Sachverständigen Rudolf Siart steht fest, dass dieses Verfahren alle bisherigen Betrugsverfahren in den Schatten stellt.

„Gewinn 10.000 Euro, schnell öffnen!“

Mit der Post kommen Glückwünsche zum vermeintlichen Gewinn, doch um an den Gewinn zu kommen, muss entweder Geld flüssig gemacht oder zumindest aber zwecks Überweisung die Kontonummer bekannt gegeben werden. Verschiedene Firmen stehen hinter diesen Schreiben. Über Callcenter wird ebenfalls Kontakt aufgenommen. Die erste Frage des Anrufers: „Sind Sie Herr oder Frau…“ Die Antwort lautet selbstverständlich ja, ein verhängnisvolles Ja. Es steht der Verdacht im Raum, dass durch Audiomanipulationen dieses Ja für Vertragsabschlüsse dokumentiert wurde. Die Verträge betrafen allesamt die Teilnahme an Glücksspielen und Tippgemeinschaften durch die Bezahlung von Spieleinsätzen. Dabei mussten die Mitarbeiter des Callcenters geschickt agieren, denn es galt, die Kontonummer des Betreffenden zu erhalten. Versprechungen auf Gewinne, die bereits unter dem jeweiligen Namen reserviert sind oder andere Verlockungen veranlassten so manchen Kontaktierten zur Bekanntgabe der Kontodaten, dann wurde abgebucht. Eine Kündigung des Vertrags? Unmöglich! Ging der Geschädigte zur Polizei, war die Firma bereits wieder aufgelöst. Für 150 Glücksspielgesellschaften soll Luck24 mindestens 111 Spielportale im Internet, wie Win&Go, Gewinndirekt und andere, betrieben haben. Bei Luck24 liefen die Fäden zusammen, hier wurden Kundendaten verwaltet und Firmenpostfächer angemietet und auch der Schriftverkehr lief über Luck24.

Mehrfachbeträge abgebucht

Den Kunden sollen jedoch, so der Vorwurf, Spieleinsätze mehrfach abgebucht worden sein, selbst wenn sie nur an einem Spiel teilnehmen wollten. Manche Geschädigte wollten an keinem Spiel teilnehmen, doch gaben sie die Kontoverbindung für den bereits reservierten Gewinn an. Die Folge? Abbuchung. Luck 24 war auch in Deutschland tätig. Laut bisherigen Ermittlungen wurde versucht, in beiden Ländern zusammen rund 1,27 Millionen Menschen das Geld aus der Tasche zu locken. Offiziell war das Unternehmen im Bereich IT-Dienstleistungen tätig, ironischer Weise wählte es seinen Firmensitz im Haus der Rechtsanwaltskammer in Wien. 60 Prozent von Luck 24 wird von der Rowa Privatstiftung kontrolliert, dessen Stifter Franz Marek ist. Als Vorstand eingetragen ist Walter Amon, Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Stadt Wien. Laut dem Franz Marek, hätte Amon im Dezember vergangenen Jahres sein Amt jedoch niedergelegt. Die restlichen 40 Prozent gehören der KLS-Privatstiftung, deren Stifter Stephan Kleinander gleichzeitig Geschäftsführer von Luck 24 ist. Alle bisher Angeklagten wehren sich gegen die Vorwürfe, sie würden sie in den bevorstehenden Verhandlungen entkräften. „Unschuldig“, sagt auch Marek, der bekannt für schöne Frauen und teure Autos ist.

Foto: johnnyberg

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