Ökonom: US-Einfuhrzölle wären „Bruch des Handelssystems“

Wallstreet in New York, über dts NachrichtenagenturDer US-Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman sieht die Entwicklung an den Börsen seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten mit großer Skepsis. „Das Risiko einer Katastrophe wird derzeit an der Börse völlig ausgeblendet“, sagte Krugman dem „Handelsblatt“. Sollte die Finanz- oder die Eurokrise wieder aufflammen, wäre die Regierung Trump völlig unvorbereitet.

„Es gibt kein ökonomisches Team in diesem Weißen Haus. Einige Leute, die den Präsidenten beraten, sind schlichtweg verrückt“, so Krugman weiter. Er warnt außerdem vor den Folgen einer protektionistischen Politik durch Trump. Es sei unklar, ob sich die neue Regierung an bestehende Regeln halte und die Welthandelsorganisation als Institution ernst nehme. „Es droht ein Bruch des Handelssystems, wenn die USA tatsächlich einseitig Einfuhrzölle verhängen würden“, sagte Krugman. „Das wäre schlecht für alle Beteiligten. Auch die amerikanische Industrie würde leiden. Viele in den USA dürften am Ende schockiert sein“, sagte er. Zugleich wies der Ökonom darauf hin, dass seine Besorgnis über negative Folgen der Wirtschaftspolitik Trumps im Vergleich zu den Gefahren für die Demokratie gering sei. „Möglicherweise werden wir das Ende der amerikanischen Demokratie erleben“, so Krugman. Und das sei keine Übertreibung. „Viele machen sich Sorgen, dass Amerika unter Trump eines Tages so aussehen wird, wie Ungarn unter Viktor Orbán: auf dem Papier eine Demokratie, aber faktisch ein autoritäres Regime.“

Foto: Wallstreet in New York, über dts Nachrichtenagentur

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