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Ökonom wirft Regierung in Pandemie „immense Unwissenheit“ vor

Der Hamburger Ökonom Thomas Straubhaar wirft der Bundesregierung im Kampf gegen Corona "immense Unwissenheit" vor. "Alle stochern im Nebel. Vieles ist reine Meinung – wenig ist tatsächliches Wissen", sagte er dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe).

Da werde "dann leider auch vieles gemacht, was – wie der aktuelle Lockdown – eher Symbolcharakter hat, als wirklich faktischer Ursache-Wirkung-Therapie entspricht". Viele der aktuellen, nun greifenden Maßnahmen würden "kaum einer Nachprüfung standhalten", Begründungen gar nicht mehr versucht. "Das eigentliche Versäumnis" der Regierung sieht Straubhaar darin, dass gerade bei "Alten und Vorerkrankten seit Frühjahr nicht viel passiert ist an Prävention". Die jüngsten Einschränkungen träfen zudem überproportional stark die jungen Leute. "Man nimmt ihnen sehr viel – von der Chance auf eine gute Bildung bis zur Mobilität, die ja für 20-Jährige- doch weitaus wichtiger ist als für die meisten 80-Jährigen." Die Politik habe sich "die Zustimmung für ihre Politik mit einem historisch einmaligen Subventionsregen erkauft", so der Wissenschaftler. "Das ist für die Jungen schon brutal, denn das werden die nachfolgenden Generationen ausbaden müssen. Und es hebelt die Marktwirtschaft für lange Zeit aus." Auch seine eigene Zunft kritisierte Straubhaar: Er sei "schon überrascht, wie salopp viele Kollegen" in den Corona-Debatten bereit gewesen seien, "die eigentlich validen Analyse-Instrumente der Ökonomik einfach so über Bord zu werfen – von Risiko-Abwägungen bis zur Suche nach Alternativen". Gerade den schwierigen Fragen müsse man sich als Ökonomen stellen. "Sonst schaffen wir uns als wichtiger Faktor der öffentlichen Meinungsbildung letztlich selbst ab." (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Werbung der Bundesregierung in Coronakrise, über dts Nachrichtenagentur

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Ein Kommentar

  1. Den Ausführungen kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Die immer stärkeren Lockdowns scheinen die Infektionen ja nur marginal zu senken, so dass davon auszugehen ist, dass die große Mehrheit im engeren Familienkreis und im Zusammenhang mit der Arbeit auftreten. Das Anstreben von Inzidenzen um die 25 erscheint mir insofern naiv und bezüglich der Kollateralschäden sehr fragwürdig. Wir müssen die Alten schützen (Schnelltests, Impfen), endlich Zugeständnisse beim Datenschutz zugunsten eines besseren, elektronischen Monitorings und der sicheren Gäste- und Kundenregistrierung machen, sowie das Test- und Meldeverfahren in Echtzeit optimieren und unabhängig von Wochenend- und Feiertagen gewährleisten. Wir haben eine Art „Krieg gegen das Virus“ und Kriege pausieren nicht am Wochenende…

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