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Österreich: keine Einigung bei den Metallern

StahlbearbeitungWien – Schon beim ersten Treffen am 24. September kam es zu keinem Resultat. Am 1. Oktober wurde zwar 10 Stunden lang über den Kollektivvertrag für die rund 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) verhandelt, doch das Ergebnis war lediglich ein neuer Kampftermin. Am 15. Oktober soll es weitergehen.

Neues Ringen steht bevor

„Leider aber war es nicht möglich, mit den Gewerkschaften darüber zu reden, wie wir Arbeitsplätze sichern können, den Standort wettbewerbsfähig halten und gute Lösungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fixieren“, erklärte FMMI-Obmann Christian Knill. Dabei habe man, wie er versichert, ein Programm vorgestellt, dass die Realität in den Betrieben im Fokus habe. Die Branche kämpft seit langer Zeit mit einer schwachen Konjunktur. „Täglich werden neue Statistiken und Prognosen bekannt, die belegen, dass es für unsere Mitglieder im internationalen Wettbewerb immer schwieriger wird. Ihre finanziellen Spielräume haben sich massiv verkleinert, gleichzeitig müssen sie extrem flexibel agieren, um überhaupt Aufträge zu bekommen“, so Knill. Er versteht nicht, dass nicht die jüngst veröffentlichten Arbeitslosenzahlen die Gewerkschaften nicht wachrüttle. „Man könne nur verteilen, was man gemeinsam verdient habe, sonst vernichten wir Arbeitsplätze“, führte er weiter aus. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-dip werden vor dem 15. Oktober regionale Sitzungen mit den Betriebsratsvorsitzenden einberufen. Von ihrer Seite gibt es harte Worte: „Wir wollen uns gegen eine Provokation der Arbeitgeber wehren, die einen erneuten Angriff auf den Kollektivvertrag planen.“ Die umstrittensten Punkte sehen sie in der Gestaltung der Normalarbeitszeit, die gänzlich vom Unternehmer bestimmt werden könne, und der Streichung der Schutzbestimmungen aus dem Vertrag. Auch dass die Lohnerhöhung nicht einmal die Inflationsrate abdecke, ist den Gewerkschaftern ein Dorn im Auge. 2,4 Prozent Erhöhung wollen die Gewerkschaften, 1,8 Prozent die FMMI.

„Arbeiten bis zum Umfallen“

„Die Gestaltung der Normalarbeitszeit durch den Arbeitgeber würde bedeuten: Arbeiten bis zum Umfallen, eine 50- bis 60-Stunden-Woche ohne Überstundenzuschläge. Der FMMI versucht die neoliberalen Politikansagen der letzten Wochen nun in die Tat umzusetzen. Das werden wir sicher nicht zulassen.“ 10 bis 12 Stunden Normalarbeitszeit wären dann möglich, die Bezahlung von Überstunden fiele weg. Mit über 1.200 Unternehmen und einem Produktionswert von 34,6 Milliarden Euro stellt die mittelständische Maschinen- und Metallwarenbranche das Kernstück der Beschäftigung in der Industrie dar. Knill fordert deshalb: „Wir möchten weiterhin die Branche sein, die sich gegen steigende Arbeitslosenzahlen stemmt und sehr gute Löhne und Gehälter zahlt. Gleichzeitig wollen wir intelligent mit der Arbeitszeit wirtschaften. Unser Ziel ist es, dass wir gute Leute anziehen und dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne in die Firma kommen, sich keine Sorgen um ihren Job machen müssen und auch leistungsfähig bleiben. Natürlich wollen wir auch in Zukunft in Österreich produzieren. Dazu gehören Fairness und Vernunft. Die bringen wir in die KV-Verhandlungen ein und erwarten von den Gewerkschaften dasselbe.“

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