Wien – Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gestiegen. Im September 2013 waren 261.259 Personen arbeitslos gemeldet, gegenüber September 2012 entspricht die Zahl einem Plus von 14,1 Prozent. 74.402 Personen besuchten AMS-Schulungen. Insgesamt befanden sich im vergangenen Monat 335.661 Personen auf Jobsuche, gegenüber dem Vergleichsmonat 2012 ist die Anzahl um 13,8 Prozent gestiegen. Daraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Arbeitslosenzahlen steht die Zahl der als offen gemeldeten Stellen gegenüber, die im August um 11,7 Prozent gesunken ist. 27.808 offene Stellen standen 335.661 Jobsuchenden gegenüber. Der Abwärtstrend hat sich auch mit einem Minus von 9,3 Prozent im September fortgesetzt, was sich auch in dem Rückgang von offenen Lehrstellen um 15,3 Prozent zeigte.
Stärkster Anstieg bei Langzeitarbeitslosen
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist um 23,9 Prozent gestiegen. Als langzeitarbeitslos wird eine Person eingestuft, die mindestens ein Jahr als arbeitslos gemeldet ist. Die Problematik liegt in der Reintegration in den Arbeitsmarkt. Die Chancen sinken mit der Dauer der Arbeitslosigkeit. Aber auch die Zahl der arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist um 23,8 Prozent gestiegen, ebenso die der Behinderten um 20,3 Prozent. Auch für ältere Personen zeigt sich Situation schwierig. Um 22 Prozent mehr Jobsuchende waren im September 2013 arbeitslos gemeldet. Bei der Jugend hielt sich der Anstieg mit 7,1 Prozent am kleinsten. Die Baubranche ist von der Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen. Sie stieg um 20,2 Prozent, gefolgt von der Produktion mit einem Plus von 15,2 Prozent und dem Handel mit einem Arbeitslosenanstieg von 13,9 Prozent. Aber auch der Tourismus sowie das Gesundheits- und Sozialwesen wiesen ein Mehr an Jobsuchenden auf. Auf die Bundesländer bezogen liegt Oberösterreich an der Spitze. In dem Industrieland wurden die meisten Zuwächse an Arbeitslosen verzeichnet. Das positive Schlusslicht bildet Vorarlbergmit einem Plus von 9,4 Prozent.
Sozialminister vorsichtig optimistisch
In der gesamten Euro-Zone ist die Arbeitslosigkeit zum dritten Mal leicht gesunken. Etwa 5.000 Arbeitslose waren gegenüber dem Vormonat weniger gemeldet. Gegenüber dem Vergleichsmonat 2012 stellt die Zahl von rund 19 Millionen Jobsuchenden jedoch ein Plus von beinahe einer Million dar. Sozialminister Rudolf Hundstorfer zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Die Lage am Arbeitsmarkt blieb wie vorausgesehen auch im September angespannt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beginnen sich jedoch zu stabilisieren, was sich ab dem kommenden Jahr auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.“ Die Wirtschaft beginnt zwar zu wachsen, doch nur langsam und zögernd, wie die Entwicklungen zeigen.

