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Ostdeutsche in Ministerien unterrepräsentiert

Auch knapp 30 Jahre nach Mauerfall sind Ostdeutsche auf der Leitungsebene von Bundesministerien weiterhin unterrepräsentiert. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Matthias Höhn (Linke) hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Dienstagausgaben berichten. Demnach haben von 1.750 Referatsleitern in den Bundesministerien und im Kanzleramt nur 217 eine ostdeutsche Herkunft; die Angaben für das Verteidigungsministerium fehlen. Dies entspricht einem Anteil von zwölf Prozent - bei einem Anteil von rund 17 Prozent der Ostdeutschen an der Gesamtbevölkerung. Im Kanzleramt sowie in den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft, im Finanz-, Verkehrs- und im Umweltministerium lagen die Quoten zwischen sieben und elf Prozent noch darunter. Und auf der Ebene der Abteilungsleiter ist der Anteil mit drei von 121 noch einmal geringer: dies entspricht einer Quote von 2,5 Prozent. Höhn sagte dem RND dazu: "Die Zahlen belegen, dass Ostdeutsche in wichtigen Entscheidungsebenen der Bundesministerien unterrepräsentiert sind." Überdies zeige "der Vergleich, wie blockiert Spitzenkarrieren für Ostdeutsche" immer noch seien. Wenn mehr als 200 Ostdeutsche qualifiziert genug seien, um Referate zu leiten, aber nur drei von ihnen fähig sein sollten, auch Abteilungen zu leiten, dann beweise dies, dass es an mangelnder Qualifikation nach 29 Jahren Einheit nicht liegen könne, "wenn, je weiter man nach oben schaut, die Zahl der Ostdeutschen abnimmt", so der Linken-Politiker. Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen selbst 30 Jahre nach dem Fall der Mauer fast durchweg weniger vertreten; dies gilt auch für Ostdeutschland selbst. Besonders eklatant ist die Unterrepräsentanz im Bereich der Hochschulen und der Justiz . Foto: Bundesinnenministerium, über dts Nachrichtenagentur  

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