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Pflegebevollmächtigter warnt vor Preiskampf

dts_image_5883_ogjsafebhe_2171_445_334 Pflegebevollmächtigter warnt vor PreiskampfDer Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), warnt vor negativen Folgen des Preiskampfes in der Pflege. „Der Wettbewerb in der Pflege muss sich zuallererst an der Qualität orientieren und nicht am Preis“, sagte Laumann in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Bedenklich sei insbesondere die Situation im Norden.

„Wir haben Regionen, wo die Pflegekräfte alles in allem fair bezahlt werden, weil man sich an die Tarifverträge hält“, erläuterte Laumann. Dies gelte „im Wesentlichen“ für den süddeutschen Raum, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. „Und dann gibt es den norddeutschen Raum, der mir da Sorgen macht“, sagte der Pflegebevollmächtigte. Eine Altenpflegefachkraft in Niedersachsen verdiene im Schnitt im Monat fast 500 Euro weniger als ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen, sagte Laumann. Das führe dazu, dass „Pflege im Emsland und im Osnabrücker Land grundsätzlich wesentlich preiswerter ist als etwa im Kreis Steinfurt“. Durch das System der Referenzhäuser und das Zusammenspiel von Pflegekassen und Sozialhilfeträger seien die Löhne „erheblich gedrückt“ worden, kritisierte der CDU-Politiker. Zudem habe sich eine Anbieterstruktur entwickelt, die den Wettbewerb über den Preis führen wolle. „Dadurch ist eine Spirale nach unten in Gang gesetzt worden“, warnte Laumann. Die Einwände von Anbietern, dass eine bessere Bezahlung der Angestellten einen Wettbewerbsnachteil darstelle, wies Laumann zurück: „Es zeigt sich aber auch in vielen Bundesländern, dass eine große Tariftreue möglich ist.“ Neben einer fairen Bezahlung für Pflegekräfte müsse sich auch die Arbeitsbelastung in den Einrichtungen verringern, forderte Laumann. Dazu gehöre auch die Verringerung der Bürokratie, etwa in der Pflegedokumentation. „Heute ist es so, dass viele Pflegeheime alles über den Menschen dokumentieren müssen: etwa dass er ganz normal gegessen hat, dass er ganz normal getrunken hat, dass er ganz normal zur Toilette war“, erklärte der Pflegebevollmächtigte. Die Grundidee des neuen Strukturmodells sei es, aufzuschreiben, wenn etwas vom normalen Alltag abweicht – zum Beispiel wenn jemand Fieber habe oder es Schwierigkeiten bei der Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme gebe, sagte Laumann. Dies sei auch für die Patienten sinnvoll: „Ich bin absolut davon überzeugt, dass die neue Pflegedokumentation, der wir zum Durchbruch verhelfen wollen, zu mehr Patientensicherheit führt“, sagte er.

Foto: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

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