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Roche: Neues Krebsmedikament für Non-Hodgkin-Lymphom

Roche ProduktionsanlageBasel – Roche erhielt von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für ein neues Medikament gegen eine Art von Blutkrebs, Gazyva. Die Zulassung umfasst vorerst nur jene Patienten, die an chronischer Lymphatischer Leukämie erkrankt sind. Doch Roche hat bereits Studien eingeleitet für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom, NHL.  Unter dem Namen NHL werden alle bösartigen Erkrankungen des Lymphatischen Systems zusammengefasst, die kein Morbus Hodgkin sind. Die Behandlung von NHL-Patienten verläuft sehr unterschiedlich, da sowohl die der Krankheit zugrundeliegenden genetischen Veränderungen verschieden sind als auch immunologischen Eigenschaften und die klinischen Erscheinungsformen. Die Patientengruppe mit NHL ist wesentlich größer als jene mit chronischer lymphatischer Leukämie.

Gazyva Umsatzersatz für Mabthera

Das Medikament Mabthera wird ebenfalls bei verschiedenen Krebserkrankungen eingesetzt. Doch bereits Ende 2013 verliert es seinen Patenschutz in Europa und Generika-Hersteller arbeiten längst an einem vergleichbaren Präparat. Allein mit Mabthera konnte Roche einen Jahresumsatz von rund 6,7 Milliarden Schweizer Franken erzielen. Die Zulassung kam zum richtigen Zeitpunkt, den Gazyva wird, so die Prognosen, den Umsatzverlust nicht nur wettmachen, sondern noch besser verkauft werden können, da es sich in der Therapie als besonders wirksam zeigt. Die Wirksamkeit des Medikaments hat auch die US-Gesundheitsbehörde mehr als überzeugt, denn es erhielt zusätzlich das Prädikat „Therapiedurchbruch“. Zu verdanken ist der Umstand Pablo Umana aus Puerto Rico. Er begann, die Zuckeranteile, die in Antikörpern vorhanden sind, gentechnisch zu manipulieren und erreichte dadurch einen höheren Wirkungsgrad bei therapeutischen Wirkstoffen. Er gründete schließlich eine Firma, die in der ETH Zürich untergebracht war und von Roche im Jahr 2005 für 235 Millionen Schweizer Franken gekauft wurde. Umana arbeitete am Projekt weiter und seine Kenntnisse wurden in Gazyva umgesetzt.

Roche und Polyphon

Der Antibiotika-Hersteller Polyphor scheint von Roche übernommen zu werden. Zu einer Stellungnahme waren weder Sprecher von Polyphor noch Roche bereit. Die Übernahme scheint jedoch zur Ankündigung von John Reed, Forschungschef von Roche, zu passen. Er betonte unlängst, dass nach Jahrzehnten des Desinteresses und dem Verkauf von Aktivitäten Roche wieder in die Entwicklung von Antibiotika einsteigen werde. Hauptaktionär von Polyphor ist Peter Grogg, früher beim Pharmahersteller Bachem tätig. Für Roche sitzt ein weiterer guter Bekannter im Verwaltungsrat von Polyphor, Jean-Jaques Garaud. Er war einst Forschungschef bei Roche. Polyphor entwickelte die proprietäre Protein Epitope Mimetics Technologie. Wirkstoffe aus der Technologie werden zur Behandlung von Lungen- und Hauterkrankungen, gegen Krebsarten, aber auch bei Entzündungen eingesetzt. Ein Medikament durchläuft die klinische Phase II-Studie für Stammzellen-Transplantation bei Multiplem Myelom. Das Produktportfolio, das sich aus der Technologie entwickelte ist überaus vielfältig.

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