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Sepa: Umstellung der Zahlungssysteme

Sepa - Sepa: Umstellung der ZahlungssystemeBerlin – So wirklich wahrhaben, wollten es viele Unternehmer nicht, doch Sepa kommt, die Umstellung der nationalen Zahlungssysteme. Single Euro Payments Areas, der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum lässt nicht mehr lange auf sich warten, genau genommen nur noch bis 1. Februar 2014.

Probleme bei Lastschriften denkbar

Erster Schritt war bereits die Einführung der IBAN-Nummer, die in der Bundesrepublik 22 Stellen aufweist, die Kontonummer, die Bankleitzahl, zwei Prüfnummern und die Länderkennung. Die IBAN-Nummer stellt die neue einheitliche Kontonummer dar. Ab 1. Februar 2013 werden Überweisungen mit der alten Kontonummer nicht mehr angenommen. Auch der elfstellige BIC ist inzwischen allgemein bekannt, er wird die Bankleitzahl ersetzen. Da IBAN und BIC schon seit einigen Jahren ein Begriff sind, wird die Umstellung kein Problem bereiten. Anders verhält es sich beim Lastschriftverfahren. Privatkunden und kleine Betriebe sind davon nicht betroffen. Für große Unternehmen jedoch, sowie für Vereine und Behörden, die häufig auf Basis von Lastschriften arbeiten, wird die Umstellung komplizierter. Für das Sepa-Lastschriftverfahren muss eine Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Bundesbank beantragt werden. Auch muss zu jeder Lastschrift ein sogenanntes Lastschrift-Mandat, bisher Einzugsermächtigung, vorliegen. Es ist aber nicht so, dass eine bestehende Einzugsermächtigung einfach in ein Mandat umgewandelt werden kann. Für diesen Schritt bedarf es ein Formular mit der Kundenunterschrift oder einer digitalen Signatur. Das Formular ist bei der Deutschen Kreditwirtschaft erhältlich, doch alle Kunden anzuschreiben und das Mandat einzuholen, liegt beim Unternehmen, der Behörde oder dem Verein. Mit dem Einholen des Mandats ist die Arbeit jedoch noch nicht beendet, denn die Mandate müssen mit einer bestimmten Software verwaltet werden.

Nur wenige Unternehmen reagieren

Der Forschungsdirektor des Ibi-Institutes warnt: „Für große Unternehmen und Organisationen, die viele Lastschriften einreichen, könnte es richtig schlimm werden, erst Recht, wenn sie sich zu spät darum kümmern.“ Und wirklich haben in Deutschland von den 3,6 Millionen Unternehmen erst rund 550.000 die Gläubiger-Identifikationsnummer beantragt. Organisationen und Vereine haben etwas rascher reagiert. Von 580.000 registrierten Vereinen haben immerhin 156.000 den Antrag bereits gestellt. Auf eine Verwaltung der Mandate sind lediglich nur 18 Prozent aller Betroffenen vorbereitet. Die Lastschriften betreffend zeichnet Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Bundesbank, ein Schreckensszenario, sollten Unternehmen und Vereine nicht rechtzeitig reagieren. Es könnte zu Zahlungsengpässen kommen, die Auszahlung von Gehältern verzögert werden und durch nicht durchgeführte Einzüge für Firmen Liquiditätsprobleme entstehen. Sepa kommt, das ist ein Fakt, niemand wird das Zahlungssystem umgehen können. Unternehmen, alle, die mit Lastschriften arbeiten, ist deshalb dringend anzuraten, entsprechende Schritte für die Umstellung in die Wege zu leiten, soll nicht am 1. Februar das böse Erwachen folgen.

Foto: © hainichfoto – Fotolia

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