Eine chaotische Lieferfahrt musste ein Paketzusteller in der Stadt Qingdao in Chinas Provinz Shandong mitmachen. Der Mann sah sich Anfang Dezember dem schlimmsten Feind der Postboten gegenüber: einem Hund. Doch der Fahrer wollte sich nicht einschüchtern lassen und ging kurzerhand zum Gegenangriff über – die Strategie hatte allerdings ihren Preis.
Der Lieferalltag eines Paketboten ist nicht immer einfach. Neben widrigen Wetterbedingungen, schweren Paketen und stressigen Arbeitszeiten können auch aggressive Hunde zur Herausforderung werden. Gerade in Wohngebieten, wo Vierbeiner frei herumlaufen, müssen Postboten stets wachsam sein und sich auf unerwartete Begegnungen einstellen.
So auch an jenem Dezembertag in Qingdao. Der Paketfahrer näherte sich vorsichtig einem Wohnhaus, um eine Sendung zuzustellen. Doch kaum hatte er das Fahrzeug verlassen, kam ein großer Hund auf ihn zugerannt. Das Tier bellte lautstark und zeigte eindeutig, dass es den Eindringling nicht auf seinem Revier dulden wollte.
Dem Fahrer blieb keine Zeit zum Nachdenken. Instinktiv griff er zum erstbesten Gegenstand, den er finden konnte – in diesem Fall ein Päckchen, das er gerade ausgeladen hatte. Mit erhobenem Arm ging er auf den Hund los und versuchte, ihn mit dem Paket zu verscheuchen. Der ungleiche Kampf entwickelte sich zu einer wahren Slapstick-Einlage.
Hund lässt sich nicht abschrecken
Doch der Hund ließ sich von den Drohgebärden des Paketboten nicht beeindrucken. Im Gegenteil, er ging seinerseits zum Angriff über und sprang dem Mann frontal entgegen. Nun musste der Fahrer alle Kraft aufwenden, um nicht von dem kläffenden Vierbeiner zu Boden gerissen zu werden. In einem waghalsigen Manöver wich er zurück, stolperte aber über einen Gehsteigrand und landete unsanft auf dem Hosenboden.
Die Szene erinnerte an einen Stummfilm aus den 1920er-Jahren: Der Postbote rutschte über den Boden, während der Hund weiter bellend um ihn herumtanzte. Zum Glück hatte der Fahrer das Paket noch fest in den Händen, sodass es nicht zu Bruch ging. Allerdings musste er nun zusehen, wie der Hund das Paket zu schnappen versuchte und es hin und her zerrte.
Anwohner beobachten das Spektakel
Das laute Gekläff und das Gerangel zwischen Mensch und Tier hatten inzwischen die Aufmerksamkeit einiger Anwohner auf sich gezogen. Von ihren Fenstern und Balkonen aus beobachteten sie amüsiert das kuriose Schauspiel. Einige von ihnen holten sogar ihre Smartphones heraus, um die Szene zu filmen und zu fotografieren.
Der Paketbote war in einer unangenehmen Situation gefangen. Einerseits wollte er seine Lieferung unbeschadet zum Empfänger bringen, andererseits musste er sich gegen den hartnäckigen Vierbeiner zur Wehr setzen. Mit einem Fuß hielt er das Paket auf dem Boden fest, während er versuchte, den Hund mit dem freien Arm auf Distanz zu halten.
Schließlich schien das Tier doch Respekt vor dem Paket zu bekommen und ließ von seinem Opfer ab. Der Fahrer nutzte die Gelegenheit, um schnell aufzustehen und zum Fahrzeug zurückzukehren. Doch bevor er die Sendung sicher verstauen konnte, kam der Hund erneut angerannt und bellte wütend.
Hundehalter bleibt untätig
Zu allem Überfluss zeigte sich der Besitzer des Hundes überhaupt nicht kooperativ. Obwohl er das Treiben von seinem Balkon aus beobachtete, unternahm er nichts, um sein Haustier zu beruhigen oder gar einzufangen. Stattdessen schien er die Szene mit Gleichgültigkeit zu betrachten.
Der Paketbote war nun wirklich am Ende seiner Geduld angelangt. Nachdem er vergeblich versucht hatte, den Hund mit höflichen Gesten loszuwerden, entschloss er sich zu einer radikaleren Maßnahme. Kurzerhand griff er in sein Fahrzeug und holte eine Dose Hundenäpfe hervor. Mit einer energischen Bewegung warf er den Inhalt in Richtung des Vierbeiners.
Zwar traf der Wurf nicht direkt, doch die unerwartete Aktion zeigte Wirkung. Der Hund erschrak und ließ von seinem Opfer ab. Schnell nutzte der Fahrer die Gelegenheit, um in sein Fahrzeug zu steigen und die Tür hinter sich zu schließen. Erst jetzt konnte er durchatmen und die turbulenten Ereignisse Revue passieren lassen.
Kuriose Wendung zum Schluss
Doch das Abenteuer war damit noch nicht zu Ende. Als der Paketbote die Adresse des Empfängers überprüfte, musste er feststellen, dass das Paket, um das er so hart gekämpft hatte, gar nicht für diesen Haushalt bestimmt war. Offenbar hatte er es irrtümlich aus dem Fahrzeug genommen.
Mit einem unguten Gefühl startete der Fahrer den Motor und fuhr zur richtigen Adresse. Diesmal kam er unbeschadet an, doch die Begegnung mit dem Hund würde ihm sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Vielleicht würde er sogar darüber erzählen, wenn er abends nach Hause kam – als eine kuriose Geschichte aus dem Lieferalltag eines Paketboten.
Für den Vierbeiner war der Zwischenfall vermutlich ebenso denkwürdig. Schließlich hatte er es geschafft, einen Postboten in die Flucht zu schlagen und sogar ein Paket zu erobern. Wer weiß, vielleicht war er von da an der gefürchtetste „Feind der Postboten“ in der ganzen Nachbarschaft.
