Berlin – Die niedrigen Zinsen machen die inflationsbedingte Abwertung des Ersparten schon lange nicht mehr wett. Dennoch liegen 1.750 Milliarden Euro als gehortetes Geld auf den deutschen Banken. Der Bundesbürger lässt sich seine Liebe zum Sparbuch nicht nehmen. Die Erkenntnis über den Wertverlust kommt oft erst, wenn das Geld abgehoben wird und eine Anschaffung ins Haus steht. Dem ersparten Geld samt Zinsen steht die Teuerung gegenüber. Das Ersparte hat an Kaufkraft verloren.
14 Milliarden Schwund
Von der Gesamtsumme der gesparten Einlagen von 1.750 Milliarden entsprechen, laut Postbank, bei der derzeitigen Inflationsrate von 1,6 Prozent nur mehr 1.736 Milliarden Euro. Für das Jahr 2014 wird eine Erhöhung der Inflationsrate auf 2 Prozent prognostiziert. Die Kaufkraft der gesparten Einlagen wird sich, wenn die Voraussagen eintreten, im Jahr 2014 auf 1.729 Milliarden Euro reduzieren. Bei einer derart hohen Summe scheint der Betrag nicht ins Gewicht zu fallen, doch umgelegt auf den einzelnen Sparer, wird die Reduzierung schmerzhaft spürbar. Wurde etwa Monat für Monat Geld für die Altersvorsorge auf das Sparkonto gelegt, decken die Zinsen den Verlust nicht ab. Wenn das Geld sodann benötigt wird, um das Einkommen aus der Rente zu verbessern, wird erst erkannt, wie viel weniger als zum Zeitpunkt der Einlage dafür gekauft werden kann. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht, denn die Europäische Zentralbank will am Niedrigzinssatz festhalten. Der Grund, warum die deutschen Bürger nach wie vor die Sparform Sparbuch wählen, ist wohl in der Sicherheit zu suchen. Selbst weitere Nachteile, die die Verfügbarkeit des Geldes, werden in Kauf genommen. Die meisten Banken erlauben die Abhebung lediglich eines begrenzten Betrages. Höhere Beträge müssen bis zu drei Monate vorher angekündigt werden.
Taggeld oder Festgeld als Alternative
Taggeldkonten zeigen sich flexibler als das Sparbuch, bei der Abhebung wie aber auch bei den Zinsen. Sind Sparbücher fix verzinst, sind die ein wenig höheren Zinsen bei Taggeldkonten variabel. Die Bank kann sie jederzeit senken. Es finden sich viele verschiedene Anbieter, auch Onlinebanken. Die Online-Banken bieten meist bessere Konditionen, da sie keinen Aufwand für Mitarbeiter und Filialen haben. Wird ein Taggeldkonto online abgeschlossen, ist es wesentlich zu prüfen, ob die Bank nach EU-Recht einlagenversichert ist. Im Falle einer Bankenpleite, würde der Sparer ohne Einlagenversicherung sein Geld verlieren. Wird das Geld längerfristig angelegt, stellt ein Festgeldkonto eine gute Alternative zum Sparbuch dar. Je länger die Laufzeit, desto höher werden die Zinsen. Sowohl Zeitraum, als auch die Einlagesumme und der fixe Zinssatz werden dabei mit der Bank vereinbart. Verträge über wenige Monaten sind ebenso möglich, wie Verträge über mehrere Jahre.

