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Straßenbau: Voest Schlacke sorgt für Aufregung

StrassensperreWien - Seit Jahrzehnten wird LD-Schlacke der Voestalpine im Straßenbau eingesetzt. Diskussionen um die Umweltverträglichkeit laufen beinahe ebenso lange. Jetzt sorgt eine geplante Verordnung erneut für Aufregung. Aufregung um die LD-Schlacke der Voestalpine gab es jedoch bereits im Vorjahr, als der Umweltdachverband den Konzern wegen Hinterziehung des gesetzlich vorgeschriebenen Altlastensanierungsbeitrags klagte.Über die Korruptionsstaatsanwaltschaft wurde das Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der ausständige Beitrag wurde auf mehr als 40 Millionen Euro geschätzt.

LD-Schlacke

Die LD-Schlacke entsteht beim sogenannten Linz-Donawitz-Verfahren im Rahmen der Stahlerzeugung als Neben- beziehungsweise Abfallprodukt, für das ein Altlastensanierungsbeitrag zu leisten wäre. Der Großteil der Schlacke besteht aus unbedenklichen mineralischen Stoffen und zu einem geringeren Teil aus anderen Bestandteilen wie Chrom. In den Betrieben Linz und Donawitz fallen pro produzierter Tonne Stahl rund 120 bis 150 Kilogramm Schlacke an. Ein Drittel der Schlacke wird seit Jahrzehnten in Österreich im Straßenbau verwertet, gebunden in Deck-Tragschichten. Die restliche Schlacke wird auf Deponien gelagert. Sie kann zu jeder Zeit als Baustoff eingesetzt werden. Die Diskussionen um die Gefährlichkeit entzündeten sich speziell am enthaltenen, hochgiftigen und krebserregenden sechswertigen Chrom. Das Umweltbundesamt wurde von der ASFINAG schließlich beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Das Resultat zeigte eine äußerst geringe Chrombelastung. Die Konzentrationen lagen deutlich unter 0,1 mg/kg Probe. Bei Bohrproben aus Straßen, auf denen keine LD-Schlacke aufgebracht worden war, wurde sogar ein Wert deutlich darüber gefunden, da auch natürliches Hartgestein Chrom enthalten kann.

Neue Verordnung

Der Umweltdachverband befürchtet Ausschwemmungen der giftigen Schwermetalle aus der LD-Schlacke in das Trinkwasser, dennoch sollen die Grenzwerte für Chrom um das 25fache erhöht werden. Präsident des Umweltdachverbandes, Gerhard Heiligenbrunner, warnt vor einer Erhöhung. Für ihn bestehen umweltrelevante Gefahren. Sechswertiges Chrom ist sehr gut wasserlöslich und weist eine hohe Mobilität und Bioverfügbarkeit auf. Chrom entsteht aber nicht nur in der Stahlerzeugung, sondern auch bei anderen industriellen Prozessen. In der Konzentration liegt die Gefahr. Durch die Untersuchungen der LD-Schlacke auf Österreichs Straßen durch das Umweltbundesamt bestätigt, hat sogar die Umweltorganisation Greenpeace keine Bedenken betreffend die Erhöhung der Chromwerte. Für Herwig Schuster, Chemiker bei Greenpeace, ist die LD-Schlacke ökologisch verträglich. Für die Voestalpine und die ASFINAG spielt die geplante Verordnung wenig Rolle, da die Chromwerte ohnehin deutlich unter der 0,1 mg/kg Grenze liegen. Nun gilt es nur noch zu klären, ob Altlastensanierungsbeiträge nicht in der geforderten Höhe bezahlt wurden und ob die Voestalpine bewusst agierte. 40 Millionen Euro für viele Jahre der Altlastensanierung für ein Neben- und Abfallprodukt, das im Straßenbau bisher gute Dienste leistete und das Hartgestein ersetzte.

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