Über die Weihnachtstage überzog Russland die Ukraine mit massiven Luftangriffen, die laut ukrainischen Angaben vor allem das Energiesystem ins Visier nahmen. Bei einem der Angriffe auf Krywyj Rih, der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, kam mindestens ein Mensch ums Leben.
Die Brutalität des russischen Vorgehens an einem der heiligsten Feiertage des Jahres zeigt einmal mehr, wie gnadenlos Präsident Wladimir Putin seinen Eroberungsfeldzug gegen die Ukraine vorantreibt. Trotz internationaler Verurteilung und schwerer wirtschaftlicher Sanktionen lässt sich der Kremlchef nicht von seiner Agenda abbringen, die Ukraine gewaltsam unter russische Kontrolle zu bringen.
Angriffe auf die kritische Infrastruktur
Seit Monaten setzt Russland verstärkt auf Luftangriffe, um die ukrainische Infrastruktur zu zerstören und die Bevölkerung in die Knie zu zwingen. Besonders im Visier der russischen Streitkräfte stehen dabei Objekte der Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung. Durch die gezielten Bombardierungen versucht Moskau, den Ukrainern die Grundversorgung zu entziehen und so ihren Widerstandswillen zu brechen.
„Mit diesen Angriffen auf unsere lebenswichtige Infrastruktur an Weihnachten zeigt Russland erneut seine absolute Missachtung für das Leid der Zivilbevölkerung“, erklärt der ukrainische Präsident Selenskyj. „Putin und seine Schergen wollen uns in diesem Winter brechen, indem sie uns Wärme, Licht und Wasser rauben.“
Trotz der massiven Schäden an Kraftwerken, Umspannwerken und Leitungen gelingt es den ukrainischen Technikern jedoch immer wieder, die Versorgung zumindest teilweise wiederherzustellen. „Unsere Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr, um die Infrastruktur so schnell wie möglich zu reparieren“, berichtet der Chef des staatlichen Energieversorgers Ukrenergo. „Aber es ist ein Kampf gegen die Zeit, denn die russischen Angriffe gehen erbarmungslos weiter.“
Zerstörung der Lebensgrundlagen
Neben den direkten Schäden an Kraftwerken und Leitungen haben die russischen Luftschläge auch verheerende Auswirkungen auf das tägliche Leben der Ukrainer. Ohne Strom, Wärme und fließendes Wasser können viele Menschen ihre Wohnungen nicht mehr heizen, kochen oder sich waschen. Besonders dramatisch ist die Lage in den stark zerstörten Städten im Osten und Süden des Landes.
„In meiner Straße in Cherson ist seit Tagen der Strom ausgefallen“, berichtet die 67-jährige Halyna. „Wir sitzen hier im Dunkeln und Kalten und wissen nicht, wann es endlich wieder Licht und Heizung gibt. Meine Enkelin ist krank und braucht dringend warme Kleidung und Decken, aber wir haben einfach nichts mehr davon im Haus.“
Ähnliche Szenen spielen sich in vielen Regionen ab. Krankenhäuser sind nur noch eingeschränkt funktionstüchtig, Schulen mussten den Unterricht aussetzen und in Altenheimen herrschen teilweise katastrophale Zustände. Viele Ukrainer sind verzweifelt und fragen sich, wie sie diese Kälte und Dunkelheit in den kommenden Wochen überstehen sollen.
Zivile Opfer durch gezielte Angriffe
Neben der Zerstörung der lebenswichtigen Infrastruktur fordern die russischen Luftangriffe auch immer wieder zivile Opfer. So kam bei dem Angriff auf Krywyj Rih, der Heimatstadt von Präsident Selenskyj, mindestens ein Mensch ums Leben. Zahlreiche weitere Zivilisten wurden verletzt.
„Diese kaltblütigen Attacken auf unsere Städte und Dörfer sind eindeutig Kriegsverbrechen“, prangert der ukrainische Präsident an. „Putin bombardiert gezielt Wohnhäuser, Krankenhäuser und andere zivile Objekte, um die Menschen in der Ukraine maximalem Leid auszusetzen.“
Internationale Empörung und Solidarität
Die Brutalität der russischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung an Weihnachten hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs verurteilten die Attacken scharf und versicherten der Ukraine ihre anhaltende Unterstützung.
„Was Russland der Ukraine an Weihnachten antut, ist barbarisch und unmenschlich“, erklärte der deutsche Bundeskanzler. „Wir stehen fest an der Seite des ukrainischen Volkes und werden unsere Hilfe, sowohl militärisch als auch humanitär, weiter verstärken.“
Auch der US-Präsident zeigte sich entsetzt über die jüngsten Entwicklungen: „Putins rücksichtsloser Krieg gegen die Zivilbevölkerung ist widerwärtig. Die Vereinigten Staaten werden die Ukraine so lange unterstützen, bis Russland seine Truppen komplett aus dem Land abgezogen hat.“
Die Vereinten Nationen verurteilten die Angriffe ebenfalls aufs Schärfste. „Solche gezielten Attacken auf die lebenswichtige Infrastruktur sind eindeutig Kriegsverbrechen“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. „Russland muss diese Brutalitäten umgehend beenden und seiner Verantwortung als Mitglied des UN-Sicherheitsrats gerecht werden.“
Trotz der internationalen Empörung und Sanktionen zeigt sich Kremlchef Putin weiterhin unnachgiebig. Er hat den Eroberungsfeldzug gegen die Ukraine zu einem Kernanliegen seiner Herrschaft erklärt und ist offenbar bereit, dafür auch den vollständigen Zusammenbruch der russischen Wirtschaft in Kauf zu nehmen.
Ausblick: Weitere Eskalation im neuen Jahr?
Angesichts der ungebrochenen Entschlossenheit des Kremls befürchten Experten, dass die Kämpfe im neuen Jahr weiter eskalieren könnten. „Putin wird den Druck auf die Ukraine mit aller Macht aufrechterhalten, um sie in die Knie zu zwingen“, warnt der renommierte Russlandkenner Gustav Gressel.
„Die nächsten Wochen und Monate werden für das ukrainische Volk eine Feuerprobe werden. Ohne massive weitere Unterstützung aus dem Ausland droht ihnen eine humanitäre Katastrophe.“ Umso wichtiger sei es, dass der Westen seine Hilfe für Kiew noch einmal deutlich ausweite – sowohl militärisch als auch bei der Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur.
Nur so könne die Ukraine den erbarmungslosen Vernichtungsfeldzug Putins überstehen und am Ende als souveräner und freier Staat aus diesem Krieg hervorgehen, so die Einschätzung der Experten. Dafür müsse der Westen aber weiterhin entschlossen an der Seite Kiews stehen.
