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Umdenken und Sparen bei RWE

Berlin - Die RWE AG, die gemessen am Umsatz den zweitgrößten Versorger Deutschlands darstellt, muss nicht nur sparen, sondern auch umdenken. Jürgen Großmann, Vorstand bis Juli 2012, galt als Verfechter der Kernenergie und forderte seinerzeit eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke, die auch durch den Bundestag bewilligt wurde. Nach der Katastrophe in Fukushima wurde sie jedoch zurückgezogen und die Kernkraftwerke Biblis A und B in der südhessischen Gemeinde abgeschaltet. RWE reichte eine Klage beim Verwaltungsgerichtshof ein, der im Februar 2013 entschied, die Stilllegung rechswidrig gewesen wäre. Galt es unter Jürgen Großmann noch die Kernenergie zu verteidigen und für den Betrieb von Kernkraftwerken zu kämpfen, leitet nun der neue Vorstand, Peter Terium, eine Energiewende bei dem Konzern ein.

Ausstieg auch international

Peter Terium gab den Ausstieg aus der Kernenergie auf internationaler Ebene bekannt. Der Konzern würde sich auch nicht mehr am Bau von Kernkraftwerken beteiligen. Aus wirtschaftlichen Gründen sei dieser Schritt notwendig geworden. In Zukunft soll das Augenmerk auf Erneuerbare Energien liegen. Zunächst soll ein Projekt in Marokko umgesetzt werden. Das Konzept dabei ist Desertec, das vorsieht an energiereichen Standorten, wie in sonnenreichen Wüsten, Ökostrom zu erzeugen. Die Übertragung zu den Verbraucherzentren erfolgt durch Gleichstrom bei hoher Spannung. Aber auch in Deutschland ist die Errichtung von Solarkraftwerken vorgesehen. Terium bekannte sich zu dem Fehler, Solarenergie zu lange abgelehnt zu haben. RWE galt in Europa bisher als Unternehmen, das mit seinen Braun- und Steinkohlekraftwerken den größten CO2-Ausstoß verursachte.

„Ergebnis wird dramatisch sinken“

Der Schwenk wird neue Kosten verursachen, obwohl RWE bereits seit längerer Zeit unter Verlusten leidet. Die Kohle- und Gaskraftwerke des Konzerns sind aufgrund der Nachfrage nach Ökostrom immer seltener am Netz. „30 bis 40 Prozent unserer Anlagen schreiben Verluste“, erklärte Terium und ergänzt, dass die Erträge nicht mehr reichten, die Schulden zu bezahlen. Die Situation sei gefährlich und Einsparungen in großem Stil sind notwendig geworden. Dennoch will RWE, wie es heißt, ein vertrauenswürdiger und leistungsstarker Partner für den Wandel des europäischen Energieversorgungssystems werden. „2018 wird sich RWE entscheidend an der Neuausrichtung der Energiewirtschaft in Europa beteiligt haben“, zeigt sich Terium zuversichtlich.  Bis 2020 soll erreicht werden, dass die konventionelle Stromerzeugung nur mehr ein Fünftel des Betriebsergebnisses betragen soll. Wie die Sparprogramme aussehen werden, die der Konzern nun ergreifen muss, gab Terium nicht bekannt. Stellen werden abgebaut werden, doch eine Zahl wurde nicht genannt. Auch schloss der Vorstand einen Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen nicht aus. Durch Verkäufe und Outscourcing soll RWE verkleinert werden.

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