Uni Ulm: Pioniere für selbststeuernde Fahrzeuge

An der Vision vom autonomen Fahren arbeiten Teams aus Ingenieuren, Informatikern und Technikern seit nunmehr fünfzehn Jahren am Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik. Bisher sind an der Uni Ulm über zwanzig Doktorarbeiten und mehr als 100 Abschlussarbeiten rund um die hochautomatisierten Fahrzeuge entstanden. Inzwischen meistern die Testautos Fußgängerüberwege ganz ohne Fahrereingriff, sie können selbstständig aus der Uni-Werkshalle in die Straße einbiegen und auch die Ampelerkennung hat sich deutlich verbessert.
In Zukunft sollen die Autos typische Handlungsweisen ihrer Besitzer in ihr Fahrverhalten und die Planung integrieren und noch besser mit weiteren Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur interagieren. Wie viel Kontrolle möchte der Fahrer an sein Auto abgeben? Und wann fühlt er sich bevormundet? Diese und andere Fragen der „Psychologie des Autofahrens“ werden ebenfalls im F3 untersucht. In den hochautomatisierten Testautos kann der Fahrer schon jetzt jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug erlangen – durch Knopfdruck oder die Betätigung des Bremspedals.
Bald wird die Ulmer Teststrecke im Bereich Berliner Ring/Albert-Einstein-Allee in Richtung Innenstadt ausgebaut – und umfasst somit neue Herausforderungen wie den Kreisel am Blaubeurer Ring. Zudem müssen sich die beiden selbststeuernden Fahrzeuge aufeinander abgestimmt in die B10 einfädeln. Nicht nur Autofahrer aus Ulm und Umgebung ahnen: In solchen Situationen ist ein kooperatives Verhalten aller Verkehrsteilnehmer überlebenswichtig.
Neben der Arbeit im F3 kooperiert das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik im Innovationszentrum driveU mit Ingenieuren der Daimler AG. Schwerpunkte sind Fahrerassistenzsysteme, Fahrzeugsicherheit und automatisierte Fahrfunktionen.
Quelle: Universität Ulm, Annika Bingmann

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