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Universität Leipzig bricht Verhandlungen mit Wissenschaftsverlag Elsevier ab

Bibliothek-445x333 Universität Leipzig bricht Verhandlungen mit Wissenschaftsverlag Elsevier abDie Verhandlungen der Universität Leipzig mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier über die Lizenzierung von wissenschaftlichen Fachzeitschriften für das laufende Jahr sind gescheitert. Ausschlaggebend waren die aus Sicht der Universität deutlich überzogenen Preisvorstellungen des Großverlags.
„Wir sahen uns zum wiederholten Male damit konfrontiert, dass eine Reduzierung des Angebots mit einer deutlichen Preissteigerung einhergehen sollte. Dieser aggressiven Preispolitik können und wollen wir nicht mehr folgen. Und unsere Bereitschaft, über alternative Lizenzmodelle ins Gespräch zu kommen, stieß nicht auf positive Resonanz. Wir sehen nunmehr keine andere Möglichkeit als den Abbruch der Verhandlungen“, sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig.
Bereits 2013 musste die Universität Leipzig auf Grund mangelnder Ressourcen die konsortiale Lizenzvereinbarung für den Freistaat Sachsen einseitig kündigen. Der Folgevertrag für 2014 war mit einer erheblichen Reduzierung der Inhalte und damit einem deutlich schlechteren Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Universität verbunden. Unter den zuletzt rund 300 Zeitschriften gab es mehrere, für die eine fünfstellige Jahresgebühr fällig wurde – der Betrag für die teuerste Zeitschrift belief sich auf mehr als 21.000 Euro.
„Für die Universität Leipzig geht es natürlich in erster Linie um das wirtschaftliche Handeln, dem wir uns verpflichtet sehen. Es betrifft aber zunehmend auch die Frage, wie wissenschaftliche Einrichtungen, die einen Großteil der von Elsevier angebotenen Inhalte ja erst produzieren, die Informationsversorgung ihrer Forscher in Zukunft organisieren wollen. Das von Elsevier offenbar unverändert favorisierte, unflexible Geschäftsmodell der sogenannten Big Deals halten wir für überholt“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek.
Rektorin Beate Schücking wirbt bereits seit längerem dafür, sogenannte Nationallizenzen auch für die wissenschaftlichen Großverlage einzuführen. „Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Modell der National- beziehungsweise Allianz-Lizenzen muss ausgeweitet werden.“ Am Ende müsse es nationale Lizenzen für die wichtigsten Pakete der wissenschaftlichen Online-Journale geben, wie es in Norwegen, der Schweiz und Schweden bereits der Fall sei. Ihrer entsprechenden Initiative habe sich die Hochschulrektorenkonferenz bereits angenommen, sagt Schücking. „Aber der Weg dorthin ist natürlich lang.“
Darüber hinaus fördert die Universität Leipzig verstärkt Open Access, das heißt die freie Veröffentlichung von Forschungsergebnissen ihrer Mitglieder weltweit. Sie hat diese Förderung zu einem strategischen Ziel erklärt.
In Deutschland hat im vergangenen Jahr die Universität Konstanz aus den gleichen Gründen wie jetzt die Universität Leipzig die Lizenzverhandlungen mit Elsevier abgebrochen.

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