Starke Regenfälle haben in den letzten Tagen große Schäden in der Region angerichtet. Viele Straßen sind teilweise gesperrt oder aufgrund von Überflutungen nicht mehr befahrbar. In manchen Gebieten haben sich ganze Felder in Seen verwandelt, berichtet eine Anwohnerin aus Plankenburg.
„Es ist wirklich dramatisch. Innerhalb weniger Stunden stand das Wasser meterhoch auf unseren Feldern. Normalerweise trockene Gräben und Senken sind komplett überflutet. Einige Straßen mussten gesperrt werden, weil das Wasser einfach nicht mehr abfließen konnte“, schildert Bäuerin Maria Huber die Situation vor Ort.
Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen und Straßen von Schlamm und Geröll zu befreien. Auch die Landwirte müssen nun die Schäden auf ihren Feldern begutachten. „Wir wissen noch gar nicht, wie viel Ernte wir in diesem Jahr noch einbringen können. Viele Kulturen stehen komplett unter Wasser“, berichtet Huber mit Sorge.
Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern
Der Wetterdienst hat für die Region weitere Regenfälle und Gewitter angekündigt. „Die Böden sind bereits vollkommen gesättigt. Jeder weitere Regenschauer kann zu noch größeren Überschwemmungen führen“, erklärt Meteorologe Stefan Ochs.
Vor allem in den Fluss- und Bachauen bestehe akute Hochwassergefahr. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein und Warnungen ernst zu nehmen. „Bitte meiden Sie überflutete Straßen und Gebiete. Das Risiko, dort steckenzubleiben oder weggespült zu werden, ist einfach zu hoch“, warnt der Katastrophenschutz.
Landwirte fürchten um Ernte
Für die Landwirte in der Region ist die Situation äußerst belastend. „Wir hatten gerade erst mit der Ernte begonnen, da kam dieses Unwetter dazwischen. Nun steht ein Großteil unserer Felder unter Wasser“, schildert Bauer Hans Huber die Lage.
Vor allem Getreide- und Futterkulturen seien stark gefährdet. „Wenn das Wasser noch länger stehen bleibt, werden die Pflanzen absterben. Das wäre ein herber Verlust für uns“, erklärt Huber besorgt.
Auch die Ernte von Gemüse und Obst könnte beeinträchtigt werden. „Unsere Spargel- und Erdbeerpflanzen stehen zum Teil komplett unter Wasser. Da müssen wir jetzt schnell handeln, um nicht die gesamte Ernte zu verlieren“, so der Bauer.
Die Landwirte hoffen nun, dass sich die Wetterlage in den nächsten Tagen stabilisiert und das Wasser schnell wieder abfließen kann. „Ansonsten drohen uns enorme finanzielle Einbußen. Das wäre für viele von uns existenzbedrohend“, befürchtet Huber.
Abriegelung von Ortschaften
In einigen Gemeinden mussten bereits Straßen und Ortszugänge abgeriegelt werden. „Wir können die Situation nicht mehr allein bewältigen. Die Wassermassen sind einfach zu gewaltig“, sagt Bürgermeister Thomas Klein.
Mehrere Haushalte sind von der Außenwelt abgeschnitten, da die einzigen Zufahrtsstraßen überflutet sind. „Unsere Einsatzkräfte versuchen, diese Familien zumindest mit dem Nötigsten zu versorgen. Aber die Lage ist wirklich sehr angespannt“, berichtet Klein.
Auch die Infrastruktur hat schwere Schäden davongetragen. „Teile unseres Kanalnetzes und der Stromversorgung sind bereits zusammengebrochen. Das wird sicher Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern, bis hier wieder alles intakt ist“, erklärt der Bürgermeister.
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, die Anweisungen der Einsatzkräfte unbedingt zu befolgen. „Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Bitte verlassen Sie betroffene Gebiete umgehend und suchen Sie höher gelegene Zufluchtsorte auf“, mahnt Klein.
Solidarität in der Krise
Trotz der schwierigen Situation zeigt sich die Gemeinschaft in Plankenburg und Umgebung von ihrer besten Seite. „Die Nachbarn helfen sich gegenseitig, wo es nur geht. Sei es beim Sandsäcke befüllen, beim Aufräumen oder bei der Versorgung der Evakuierten“, berichtet Anwohnerin Huber.
Auch die örtlichen Unternehmen und Vereine engagieren sich stark. „Unsere Feuerwehr ist rund um die Uhr im Einsatz. Und viele Firmen haben spontan Hilfskräfte, Gerät und Verpflegung zur Verfügung gestellt“, lobt Bürgermeister Klein.
Die Bewohner sind sich einig: Nur gemeinsam können sie diese Krise bewältigen. „Wir werden alles daran setzen, dass unser Dorf und unsere Region schnell wieder auf die Beine kommen. Das schweißt uns noch enger zusammen“, sagt Huber zuversichtlich.
Auch die Behörden versprechen unbürokratische Hilfe. „Wir werden alles Notwendige tun, um die Schäden so schnell wie möglich zu beheben und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, erklärt Landrat Michael Wurmser.
