Ein Dorfbewohner hat seltene Aufnahmen eines wilden Riesenpandas gemacht, der in der südwestchinesischen Provinz Sichuan frei an einem Hang umherstreift. Das Tier wurde dabei auch in der Nähe eines Gebäudes gesehen. Das Video, das später online kursierte, löste zahlreiche Reaktionen aus und warf bei vielen Nutzern Fragen zur Situation und zum Verhalten des Pandas auf. In dem Clip, der am 8. Mai im Kreis Pingwu der Stadt Mianyang aufgenommen wurde, wirkt der Riesenpanda ruhig und unbehelligt. Langsam klettert er mit gelassenem, unaufgeregtem Gang den Hang hinauf und scheint dabei seiner eigenen Routine nachzugehen. Die seltene Sichtung in unmittelbarer Nähe menschlicher Infrastruktur lenkte die Aufmerksamkeit auf die Region und auf mögliche Gründe für das Auftauchen des Tieres. Nach der Veröffentlichung äußerte sich ein Experte zu den Aufnahmen und gab auch Hinweise zu Sicherheitsmaßnahmen. Tu Zhengbin, stellvertretender Leiter der Abteilung Wildtierschutz beim Forst- und Graslandamt des Kreises Pingwu, erklärte, warum der Panda vermutlich an diesem Ort erschienen ist, und beschrieb seinen körperlichen Zustand anhand der sichtbaren Merkmale im Video. Experte: Panda vermutlich auf der Suche nach Wasser „Im Video ist zu sehen, dass sich in der Nähe ein Reservoir befindet. Er könnte heruntergekommen sein, um etwas Wasser zu trinken. Anhand der Größe des Pandas und seines Fells können wir im Grunde feststellen, dass es sich um einen ausgewachsenen Riesenpanda handelt. Außerdem sieht man, dass der Panda ziemlich zügig läuft, was darauf hindeutet, dass er in recht guter Verfassung ist“, sagte Tu. Pingwu gehört zu den Gebieten mit der höchsten Konzentration wilder Riesenpandas in China. Mehr als 52 Prozent der Fläche des Kreises sind als Teil des Nationalparks Riesenpanda ausgewiesen. In den vergangenen Jahren haben die örtlichen Behörden mit unauffälligen wissenschaftlichen Monitoring-Methoden wie Infrarotkameras weiterhin zahlreiche Bilder wildlebender Riesenpandas erfasst. Auch die Häufigkeit, mit der wilde Riesenpandas aus den Bergen herunterkommen und in von Menschen bewohnte Gebiete vordringen, hat nach Angaben vor Ort deutlich zugenommen. Vor diesem Hintergrund betonte Tu, dass bei Begegnungen mit einem wilden Riesenpanda angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollten, um Mensch und Tier zu schützen. Sicherheitsrat und Bestand: Zahl der Tiere nimmt zu „Wenn wir einem Riesenpanda in freier Wildbahn begegnen, ist das Erste, Abstand zu halten. Das Zweite ist, keine lauten Geräusche zu machen. So können wir sowohl den Riesenpanda schützen als auch unsere eigene Sicherheit gewährleisten“, sagte er. Die Behörden raten damit zu einem zurückhaltenden Verhalten, um das Tier nicht zu stressen oder zu provozieren. Die Zahl der wild lebenden Riesenpandas in China ist von etwa 1.100 in den 1980er-Jahren auf heute fast 1.900 gestiegen. Der stetige Anstieg wird weitgehend den umfassenden Schutzmaßnahmen zugeschrieben, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. Dabei spielen ausgewiesene Schutzgebiete, kontinuierliches Monitoring und weitere Naturschutzprogramme eine zentrale Rolle. [Einschränkungen: Kein Zugang zum chinesischen Festland]
