Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) hat eine neue Präsidentin: Die Münchner Richterin am Arbeitsgericht Regensburg Tanja Keller wurde am Montag in Bayreuth im ersten Wahlgang zur Synodalpräsidentin gewählt. Die 108 Mitglieder des bayerischen Kirchenparlaments sprachen sich mit 76 zu 31 Stimmen für die 60-jährige Juristin aus – gegen ihre Gegenkandidatin Sabine Geyer, Diplom-Sozialpädagogin aus Cadolzburg.
Keller ist seit 2020 Mitglied der Landessynode und war zuletzt sechs Jahre im Landessynodalausschuss aktiv. Beruflich engagiert sie sich neben ihrer Tätigkeit als Richterin seit Jahren besonders in den Bereichen Digitalisierung der Justiz und Frauenförderung – Letzteres bereits aus ihrer früheren Zeit im bayerischen Sozialministerium.
Sie folgt damit der langjährigen Präsidentin Annekathrin Preidel in ein Amt, das die Synodaltagungen leitet und eine wichtige Schnittstelle zwischen Synode, Landeskirchenrat und Landesbischof bildet.
In ihrer Antrittsrede griff Keller zum Bild des Pilgerns: Die Synode gleiche einer vielfältigen Pilgergruppe – mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Perspektiven und Erfahrungen, aber einem gemeinsamen Ziel. Ihre Aufgabe als Präsidentin sei es, diese Gruppe zu begleiten und dafür zu sorgen, „dass wir keine Einzelkämpferinnen und -kämpfer bleiben, sondern dass wir gemeinsam unterwegs sind“. Die Vielfalt der Synode verstand Keller dabei ausdrücklich als Stärke: „So viel Erfahrung, Wissen, so wichtige Herzensthemen – was für ein großartiger Proviant für den Weg!“
Für die laufende Synodalperiode betonte sie die Dringlichkeit eines raschen Starts: „Wichtig ist mir, dass wir ins Laufen kommen, damit wir schnell arbeitsfähig werden.“ Zugleich mahnte sie eine langfristige Perspektive an: „Einfach weiter so – das wird nicht mehr funktionieren.“
Landesbischof Christian Kopp würdigte die Wahl als wichtiges Signal: „Mit Tanja Keller gewinnt die Synode eine erfahrene Persönlichkeit, die juristische Kompetenz, breite kirchliche Erfahrung und einen klaren Blick für die Herausforderungen in unserer Kirche mitbringt.“
