US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zitierte während eines Gebetsgottesdienstes im Pentagon einen fiktiven Bibelvers aus Quentin Tarantinos Film „Pulp Fiction“ von 1994. Anstatt im Zusammenhang mit der Rettung eines amerikanischen Piloten im Iran eine Bibelstelle zu zitieren, rezitierte Hegseth einen Monolog von Samuel L. Jacksons Filmfigur Jules Winnfield. Hegseth erklärte, das Gebet „CSAR 25:17“, ein Akronym für „Combat Search and Rescue“ (Kampfsuche und -rettung), sei eine Anspielung auf Hesekiel 25,17. Anschließend lud er die Anwesenden zum gemeinsamen Gebet ein. „Und ich werde mit großer Rache und grimmigem Zorn über jene kommen, die versuchen, meinen Bruder gefangen zu nehmen und zu vernichten. Und ihr werdet wissen, dass mein Rufzeichen Sandy 1 ist, wenn ich meine Rache an euch vollziehe“, rezitierte Hegseth. Die bekannte Rede aus Hesekiel 25,17 im Film stammt jedoch größtenteils vom Drehbuchautor; lediglich der Schlussrefrain basiert lose auf dem Bibelvers. Der tatsächliche Bibelvers aus Hesekiel lautet: „Und ich werde große Rache an ihnen üben mit grimmigen Strafen; und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich meine Rache an ihnen vollziehe.“ Hegseths Predigt stieß in den sozialen Medien auf Kritik. Nutzer bemängelten die Verwendung der gefälschten Bibelstelle durch den Verteidigungsminister und bezeichneten die Predigt als „peinlich“. Der Co-Autor des Films, Roger Avary, beteiligte sich an der Online-Diskussion und schrieb auf X: „Ich habe absolut kein Problem damit, dass @SecWar Jules aus Pulp Fiction zitiert, solange dadurch unsere Soldaten vor Kugeln geschützt werden.“
