Die zweite Runde der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran hat inmitten erneuter Angriffe in der Straße von Hormus und einer US-Blockade iranischer Schiffe begonnen. Die vom Iran erhobene Gebühr von 2 Millionen US-Dollar pro Tanker, der die Straße passiert, hat Befürchtungen geweckt, dass diese „Teheraner Mautstelle“ die Ölpreise im Nahen Osten über Jahre hinweg in die Höhe treiben könnte. Berichten zufolge sieht der iranische Zehn-Punkte-Friedensplan vor, dass Iran und Oman bis zu 2 Millionen US-Dollar pro Schiff, das die Straße durchquert, erheben dürfen. Washington hat den Vorschlag verurteilt, dass eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge nur unter iranischer Militärverwaltung möglich sein würde. Die iranische Mautstelle gilt als direkter Verstoß gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, demzufolge Schiffe internationale Gewässer ohne Einmischung von Küstenstaaten durchfahren dürfen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines solchen Systems könnten erheblich sein, obwohl einige Analysten der Ansicht sind, dass sie im größeren Kontext der globalen Energiemärkte begrenzt bleiben könnten. Eine Erhöhung der Kosten für jedes Barrel Rohöl, das die Straße von Hormus passiert, um nur einen Dollar könnte den Markt – basierend auf den Öl- und Gasflüssen über diese Handelsroute vor der Krise – um 20 Millionen Dollar pro Tag bzw. 7 Milliarden Dollar pro Jahr belasten. Ökonomen des belgischen Thinktanks Bruegel schätzen jedoch, dass die Weltwirtschaft die Auswirkungen kaum spüren würde, sollte Teheran die Kontrolle über die Straße behalten. Die zusätzlichen Kosten müssten stattdessen von den Ölproduzenten am Golf getragen werden, die laut Bruegel voraussichtlich 80 bis 95 Prozent der Gesamtkosten übernehmen würden.
