Immer mehr Kinder in NRW geraten im Internet ins Visier von Sexualtätern. Besonders in Online-Spielen mit Chat-Funktion suchen Erwachsene gezielt nach kindlichen Profilen und nehmen Kontakt zu Minderjährigen auf.
Das Landeskriminalamt NRW arbeitet seit anderthalb Jahren mit sogenannten Scheinkind-Operationen. Ermittler schlüpfen online in die Rolle von Kindern, um Täter zu entlarven und festzunehmen. Im vergangenen Jahr zählten sie 4.861 Missbrauchsfälle ohne körperlichen Kontakt im Netz – das sind 16,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Täter versuchen, das Vertrauen von Kindern zu gewinnen.
Jessica Bouška vom LKA erklärt, wie Täter mithilfe von Algorithmen auf kindliche Profile stoßen und gezielt anschreiben. Sie sagt, dass meist Männer versuchen, Vertrauen zu gewinnen, Nacktbilder oder Videos verlangen und Kinder mit diesen Aufnahmen erpressen. Innenminister Herbert Reul fordert, dass Online-Plattformen mehr Verantwortung übernehmen und ruft Eltern dazu auf, ihre Kinder über die Gefahren im Netz aufzuklären.
Eltern bekommen Tipps, wie sie ihre Kinder besser schützen: Sie sollten sich mit den genutzten Apps beschäftigen und offen mit ihren Kindern über Risiken sprechen. Plattformbetreiber müssen ihre Systeme sicherer machen, damit Kinder und Jugendliche im Netz besser geschützt sind.
